Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was essen wir in 20 Jahren?

29.05.2000


Kommt die Milch im Jahr 2020 noch von der Kuh oder aus dem Bioreaktor? Werden durch den globalen Handel vermehrt Rentierfleisch und Straußensteak neben den gewohnten Fleischsorten auf dem deutschen
Speisezettel stehen? In seiner neusten Ausgabe befragt der ForschungsReport, das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, 10 renommierte Experten nach ihren Vorstellungen zur Ernährung und Landbewirtschaftung in 20 Jahren.

Keine völlig neuen Nahrungsmittel sieht Professor Bernhard Tauscher, Leiter der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE), in den Supermarktregalen der Zukunft. Wohl aber Produkte, in die die wissenschaftlichen Erkenntnisse über gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe eingegangen sind: Lebensmittel, die einen gesteigerten Anteil an wertgebenden Wirkstoffen aufweisen, wie zum Beispiel den roten Tomaten-Farbstoff Lycopin, der eine vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten hat. Denkbar auch das angereicherte Mineralwasser, das den Blutdruck reguliert. ’Functional food’, aber auch natürliche Lebensmittel hoher Qualität werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Ob das Thema BSE zur ’never ending story’ wird und uns auch noch in 20 Jahren beschäftigt, vermag Dr. Martin Groschup, BSE-Experte an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, heute noch nicht zu sagen. Die Zahl der Neuerkrankungen bei britischen Rindern sei zwar zurückgegangen, aber nicht in dem Maße wie erwartet. Um so größere Bedeutung komme dem vorbeugenden Gesundheitsschutz und einer wissenschaftlichen Vorsorgeforschung zu.

Zurückhaltung auch bei Dr. Joachim Schiemann, dem Fachgruppenleiter für Sicherheitsforschung an der Biologischen Bundesanstalt (BBA), bei der Frage, ob sich gentechnisch veränderte Pflanzen in 20 Jahren weltweit durchgesetzt haben. In Europa sieht er für die nächste Zeit keinen Markt für Nahrungsmittel aus transgenen Pflanzen. Doch in den bevölkerungsreichen Schwellenländern Asiens erwartet der Biochemiker auf diesem Gebiet eine stürmische Entwicklung. Sicher ist für ihn: Die Entwicklung neuer transgener Pflanzen wird ungebrochen weitergehen - aber zunehmend orientiert an einem Leitbild, das verbesserte Ökobilanzen und den Nutzen für den Verbraucher überzeugend demonstriert.

Nach Ansicht von Dr. Meinolf Lindhauer, dem Präsidenten des Senats der Bundesforschungsanstalten, werden die Erkenntnisse der modernen Ernährungsmedizin und -physiologie die Marketing-Fantasie der Lebensmittelwirtschaft beflügeln und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher in bisher nicht gekanntem Maße erweitern. Doch wie die Verbraucher sich letztlich entscheiden, bleibt nach wie vor ihre Sache. Und da wird auch in zwei Jahrzehnten nicht immer die Gesundheitsvorsorge im Vordergrund der Kaufentscheidungen stehen. So ist Ernährungsforscher Tauscher denn auch überzeugt: "Wer sich falsch ernähren will, wird diese Chance auch noch in 20 Jahren haben!"

Der ForschungsReport 1/2000 ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Tel.: 0531/299-3396, eMail: senat@bba.de

Um Belegexemplar wird gebeten

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael Welling |

Weitere Berichte zu: Bundesforschungsanstalt Ernährung Nahrungsmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Das Korallenthermometer muss neu justiert werden
23.09.2016 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt
23.09.2016 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie