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Die Zulassung neuer Arzneiwirkstoffe

08.02.2005


Mit Hinblick auf die zellularen Komponenten und deren Funktion muss noch eine Menge entschlüsselt werden. Von besonderer Bedeutung sind dabei das Verhalten und die Rolle dieser Komponenten in pathologischen Stadien, die unerfüllte medizinische Anforderungen aufwerfen.



Das ORPHAN RECEPTORS-Projekt richtete sich auf die Charakterisierung von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (G-Protein Coupled Receptors - GPCR) und deren therapeutisches Potenzial als neuartige Arzneiwirkstoffe für die Pharmaindustrie. Die Charakterisierung dieser Rezeptoren umfasst detaillierte Informationen zum Wesen ihrer Liganden und ihrer Funktion. Nur dann kann ihr Potenzial eingeschätzt und nachfolgend realisiert werden.

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»Arzneiwirkstoff »GPR41 »GPR43 »Rezeptor


Im Rahmen des Projekts befasste man sich mit zahlreichen Rezeptoren, einschließlich GPR43 und GPR41. Diese beiden Rezeptoren besitzen eine 39%ige Aminosäurenidentität. Die Untersuchung der Gewebeverteilung zeigte, dass GPR43 in Leukozyten, einer besonderen Art von Blutzellen, auftritt. Der strukturell ähnliche GPR41 tritt hingegen in verschiedenen menschlichen Geweben auf, einschließlich Gehirn und Lymphorgane, was die Erklärung seiner biologischen Funktion zu einer größeren Herausforderung macht. Aufgrund seiner Vorkommensmuster nahm man an, dass GPR41 während einer bakteriellen Infektion an der Leukozyten-Aktivierung beteiligt sein könnte.

Bei der Funktionsbeschreibung wurde der Rezeptorenaktivität in hohen Acetat-Spiegeln ebenfalls eine große Bedeutung beigemessen. Acetat ist Teil einer Gruppe von Verbindungen, die als kurzkettige Fettsäuren (Short Chain Fatty Acids - SCFA) bezeichnet und durch Bakterien im Darm erzeugt werden. Der Acetat-Spiegel im Blutkreislauf steigt nach dem Konsum von Alkohol. Das Vorkommen von Acetat aktivierte nachweislich GPR43. Deshalb ist GPR43 höchstwahrscheinlich an der Immuninduktion in Pathologien beteiligt, die mit erhöhten Acatat-Spiegeln verbunden sind wie beispielsweise entzündliche Darmerkrankungen und auf Alkoholkonsum zurückzuführende Krankheiten.

Es sind noch weitere Tests wie In-vivo-Pharmakologie, Knock-out-Modelle und die Identifikation spezifischer Agonisten- und Antagonistenmoleküle erforderlich, um GPR43 als Arzneiwirkstoff zulassen zu können. Auf Grundlage von anfänglichen Beobachtungen, dem pharmakologischen Profil und Ausprägungsmustern scheint es jedoch, dass GPR43 in Immunpathologien eine bedeutende Rolle spielen könnte.

Dr. Pierre Nokin | ctm
Weitere Informationen:
http://www.euroscreen.be/

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