Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen als Wunderdoktoren

01.02.2005


Stammzellen aus dem Knochenmark, die sogenannten adulten Stammzellen, besitzen die Fähigkeit, sich in verschiedene Zellarten zu differenzieren. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Regenerative Medizin. Krankheiten, bei denen es zu einer Verminderung von Zellen kommt, wie Leukämie, Muskelschwund oder Querschnittslähmung könnten mithilfe dieser Stammzellen geheilt werden.



An einer Methode, das Wachstum von Stammzellen aus dem menschlichen Knochenmark zu optimieren, forscht das Kompetenzzentrum für Materialien im Blut-Gewebekontakt in Dresden. In einem Teilprojekt züchten Wissenschaftler Stammzellen auf künstlichen Oberflächen. Damit sie sich besser vermehren können, werden die Stammzellen auf Kunststoffoberflächen gesetzt, die zuvor mit Eiweißstoffen benetzt und zum Teil mit Wachstumshormonen beladen wurden. Da Stammzellen aus dem Knochenmark multipotent sind, sich also zu bestimmten anderen Zellarten wie Knochen- oder Muskelgewebe differenzieren können, lassen sie sich zur Regeneration von verschiedenen Gewebearten nutzen.

... mehr zu:
»Knochenmark »Stammzelle »Zellart


Mittelfristig erscheint es mit dieser Methode möglich, die Differenzierung von Stammzellen direkt im Körper des Patienten zu beeinflussen. Es müsste also kein Gewebe mehr in den Körper eingepflanzt werden, sondern er wäre selbst in der Lage, sich mithilfe der Stammzellen sein eigenes Ersatzgewebe zu produzieren. Wann die neue Methode in der Medizin angewendet werden kann, ist allerdings noch unklar. "Wir wissen noch nicht, wie schnell die Umsetzung und die Anwendung beim Menschen möglich wird", sagt Professor Gerhard Ehninger von der medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der TU Dresden.

Das BMBF-Kompetenzzentrum für Materialien im Blut-Gewebekontakt wurde im März 2001 als gemeinsame Einrichtung der TU Dresden und des Institutes für Polymerforschung Dresden e.V. gegründet. Schwerpunkt der Forschung sind molekulare und zelluläre Methoden der Gewebezüchtung (tissue engineering).

Ansprechpartner für Journalisten:
Prof. Dr. med. Martin Bornhäuser, Tel. 0351 458-4704
E-Mail: martin.bornhaeuser@uniklinikum-dresden.de
Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger, Tel. 0351 458-4190
E-Mail.: jeannette.seidel@uniklinikum-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Knochenmark Stammzelle Zellart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie