Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Botanikern der TU München gelingt Einblick in intrazelluläre Kommunikation

03.07.2001


In ihrer aktuellen Ausgabe vom 28. Juni 2001 veröffentlicht die renommierte amerikanische Fachzeitschrift Nature Forschungsergebnisse eines Projekts, das unter maßgeblicher Beteiligung von Prof. Erwin Grill, Ordinarius für Botanik an der TUM, durchgeführt wurde. Zwei Forschungsgruppen von TU München und University of California San Diego (UCSD) gelang ein einzigartiger Einblick in die intrazelluläre Kommunikation an der Modellpflanze Arabidopsis.

Die Oszillation von Calciumionen innerhalb der Zelle spielt in einigen Lebensprozessen eine entscheidende Rolle bei der Übermittlung von Signalen. Die Befruchtung von Eizellen bei Mensch und Tier wird zum
Beispiel von einem periodischen Anstieg und Abfall der Calciumionen-konzentration im Zellsaft begleitet. Die Oszillationen vermitteln dabei eine spezifische Information an die sich entwickelnde Eizelle. Informationsgehalt und Verschlüsselung dieser Signalisation sind bislang unvollständig verstanden.

Den beiden Forschungsgruppen von Prof. Erwin Grill und Dr. Julian Schröder von der UCSD gelang bei ihrer Zusammenarbeit ein faszinierender Einblick in diese Form der intrazellulären Kommunikation an der Modellpflanze Arabidopsis, die der Familie der Senfpflanzen angehört. Auch Pflanzen bedienen sich der Calciumionen-Oszillation bei der Übertragung des hormonellen Signals Abscisinsäure (ABA). ABA reguliert die Transpiration von Wasser und den Gasaustausch der Pflanze. Zigtausende von regulierbaren Poren, die Schliesszellen, befinden sich auf jedem Quadratzentimeter Blattfläche und werden auf das ABA-Signal hin geschlossen.

Die Arbeitsgruppen von Prof. Grill und Dr. Schröder konnten nun die Codierung der Ca-Oszillation an diesem Prozess aufklären. In Schliesszellen oszilliert der cytosolische Calciumionen-Spiegel mit einer Periode von ca. 10 Minuten, wobei die Phase des Anstiegs und Abfalls etwa gleich lang dauern. Den Forschern gelang es erstmals, die Wirkung veränderter Oszillationen auf die Reaktion der Pflanze zu analysieren.

Inwieweit die Ergebnisse des Projekts auf Mensch und Tier zu übertragen sind, bleibt abzuwarten, jedoch sind vielfach solche elementaren Mechanismen in der Evolution bewahrt worden. In der Pflanze steuert die ABA-induzierte Calciumionen-Oszillation die Aufnahme von Kohlendioxid und die Abgabe von Sauerstoff und Wasserdampf und damit das Wachstum der Pflanzen auf unserem Planeten.

Dieter Heinrichsen M.A. | idw

Weitere Berichte zu: Arabidopsis Einblick Oszillation Pflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung
22.03.2017 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Mit voller Kraft auf Erregerjagd
22.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie