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Innovationen gegen den Krebs

28.06.2001


Biopharmazeutische Firma G2M aus Forschungszentrum Karlsruhe ausgegründet

Wissenschaftler des Instituts für Toxikologie und Genetik des Forschungszentrums Karlsruhe und des Chemotherapeutischen Forschungsinstituts Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main haben gemeinsam die "G2M Cancer Drugs AG" gegründet. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung von innovativen Arzneimitteln zur Behandlung von Krebserkrankungen. Die Ausgründung wurde mit Mitteln aus dem Innovationsfonds des Bundesforschungsministeriums gefördert. Zugleich ist sie die 100. Unternehmensgründung, die die Karlsruher Gründerinitiative KEIM seit 1998 unterstützt hat.

"G2M setzt auf spezifische Eigenschaften von Krebszellen, um Therapien für den gezielten Angriff auf diese Zellen zu entwickeln", erläutert einer der Firmengründer, Professor Dr. Peter Herrlich, Leiter des Instituts für Toxikologie und Genetik des Forschungszentrums Karlsruhe und des Instituts für Genetik der Universität Karlsruhe. "Tumorzellen haben bestimmte Eigenschaften von normalen Zellen verloren, wie z. B. bei Kontakt mit anderen Zellen das Wachstum zu beenden oder bei Mutation des Erbgutes den programmierten Zelltod auszulösen. Ansatzpunkte sehen wir außerdem in der Fähigkeit zur Metastasenbildung und im Verlust der Differenzierungsfähigkeit von Krebszellen."
Bei der letztgenannten Eigenschaft setzt die so genannte Differenzierungstherapie an: Wenn Zellen ihre Differenzierungsmerkmale - also die Eigenschaften, die sie von anderen Zellen unterscheiden - verlieren, ist dies auf das Abschalten eines genetischen Programms zurückzuführen. Das ist ein möglicher Auslöser von Krebs. Wenn es gelingt, das Differenzierungsprogramm wieder zu aktivieren, verlieren die Zellen damit auch ihre Teilungsfähigkeit und können sogar in die Selbstzerstörung, den programmierten Zelltod, getrieben werden.
Einen anderen Ansatz verfolgen Antikörpertherapien: Die Oberfläche von Tumorzellen weist spezifische Strukturen auf, die von natürlichen oder dafür konstruierten Antikörpern erkannt und besetzt werden können. Der Antikörper wirkt dabei wie ein Schlüssel, der in ein bestimmtes Schloss passt. Werden an diesen Antikörper nun Moleküle gebunden, die für die Zelle giftig sind, können gezielt alle Zellen abgetötet werden, die der Schlüssel "aufschließt".
Erfahrungen mit diesen Methoden werden von den Firmengründern, Professor Dr. Peter Herrlich, Forschungszentrum Karlsruhe und Universität Karlsruhe, Professor Dr. Bernd Groner und Privatdozent Dr. Winfried Wels, beide Chemotherapeutisches Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus, Frankfurt am Main, in die G2M Cancer Drugs AG eingebracht. Gründungsgeschäftsführer von G2M ist Dr. Bernd Hentsch.
Die Firma G2M ist die 100. Neugründung, die der Karlsruher Existenzgründungs-Impuls KEIM unterstützt. KEIM zählte vor drei Jahren zu den Siegern des BMBF-Wettbewerbs EXIST und geht auf eine gemeinsame Initiative des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe und den Fachhochschulen Karlsruhe und Pforzheim zurück. KEIM initiiert und fördert Unternehmensgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Initiative stützt sich auf den KEIM e.V. als regionale Drehscheibe für solche Gründungen.

Inge Arnold | idw

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