Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Sonde spürt Tumorsupressor-Gen auf

28.06.2001


Wissenschaftler der Universität und Fachhochschule Jena haben eine präzise Gensonde entwickelt, um die spezifischen Tumorsupressor-Gene p15 und p16 nachzuweisen. Diese Gene gehören zur "Standard-Ausrüstung" der menschlichen Erbsubstanz und ermöglichen bei der natürlichen Zellteilung die Reparatur von genetischen Fehlern. Sie können damit die Entstehung von Krebszellen - insbesondere des Blut- und des Hautkrebses - unterdrücken. Fehlen sie ganz oder teilweise, so steigt das Krebsrisiko eines Patienten erheblich. Die neue Gensonde soll aber zunächst nur in der Forschung, später auch bei der therapeutischen Nachbetreuung von Krebspatienten eingesetzt werden.

"Im Vergleich zu den bisherigen Nachweisverfahren funktioniert unsere Sonde sehr präzise, schnell und einfach", erklärt Dr. Ferdinand von Eggeling vom Institut für Humangenetik und Anthropologie der Universität Jena. "Für eine Vorsorge-Reihenuntersuchung ist sie aber immer noch erheblich zu aufwändig. Da müssen wir wohl oder übel doch auf die Entwicklung leistungsfähiger Gen-Chips warten."
Dennoch dient die neue Sonde schon jetzt als äußerst nützliches Instrument für die Forschung, etwa um den Zusammenhang zwischen dem Fehlen eines oder mehrerer Tumorsupressor-Gene und dem Krebsrisiko näher zu erforschen. "Wichtig dafür ist stets ein sehr zuverlässiger Nachweis", so von Eggeling, "sonst könnten wir leicht methodischen Fehlern aufsitzen."

Die Jenaer Gensonde wurde mit Hilfe eines molekulargenetischen Verfahrens, der so genannten Long-Distance Polymerasekettenreaktion, hergestellt und ist genau 11.680 Basenpaare lang. Insgesamt besteht die menschliche Erbsubstanz aus rund drei Milliarden solcher Basenpaare, also einzelnen Buchstaben in der "Bauanleitung des Lebens". In diesem verwirrenden genetischen Textgefüge dockt die Jenaer Sonde präzise an dem gesuchten Tumorsupressor-Gen an und ist mit Hilfe von Fluoreszenz-Farbstoffen unter dem Mikroskop nachweisbar.

Von Eggeling: "Das geht dann am Ende relativ leicht: Wenn wir bei dem Nachweis-Verfahren, der so genannten Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, keine farbigen Markierungen finden, dann fehlt mit Sicherheit das Tumorsupressor-Gen." Ein wesentlicher Vorteil der Jenaer Gensonde liegt somit darin, dass auch die Erbsubstanz mehrerer Zellen und sogar ganzer Gewebeschnitte in einem Arbeitsgang untersucht werden kann. Für die Entwicklung zeichnen gemeinsam Dr. von Eggeling und Angela Bleichert verantwortlich, die über diese Forschung an der Fachhochschule Jena ihre Diplomarbeit im Studiengang Biotechnologie verfasst hat.

Ansprechpartner:
Dr. Ferdinand von Eggeling
Institut für Humangenetik und Anthropologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: 03641/935526, Fax: 935582
E-Mail: FEGG@mti-n.mti.uni-jena.de

Literatur: International Journal of Molecular Medicine, Juni 2001; 7(6):591-5

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Wolfgang Hirsch
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Fürstengraben 1
D-07743 Jena
Telefon: 03641 · 931030
Telefax: 03641 · 931032
E-Mail: roe@uni-jena.de

Dr. Wolfgang Hirsch | idw

Weitere Berichte zu: Erbsubstanz Gensonde Sonde Tumorsupressor-Gen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Verbesserte Kohlendioxid-Fixierung dank Mikrokompartiment
25.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Regenbogenfarben enthüllen Werdegang von Zellen
25.09.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops