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Molekulare Grundlagen dynamischer zellulärer Prozesse

28.12.2004


An der Universität Münster startet zum Beginn des Jahres 2005 ein neues Graduiertenkolleg, das sich mit den molekularen Grundlagen dynamischer zellulärer Prozesse beschäftigt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte das Kolleg im Frühjahr bewilligt und eine Förderung von rund einer Million Euro zunächst für die nächsten vier Jahre zugesagt.



An dem der Forschung und der Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchswissenschafter aus dem In- und Ausland dienenden Kolleg beteiligen sich das Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie, das Institut für Allgemeine Zoologie und Genetik, das Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE), das Institut für Physiologie und das Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin. Sprecher ist Prof. Dr. Andreas Püschel von der Abteilung Molekularbiologie des Instituts für Allgemeine Zoologie und Genetik der Universität Münster.



Schwerpunkt des Graduiertenkollegs ist die Erforschung der molekularen Grundlagen von Prozessen, die den Transport innerhalb von Zellen und die Wanderung von Zellen steuern. Zellen stellen den Grundbaustein des Lebendigen dar. Sie sind hochdynamische Strukturen, die ihren inneren Aufbau und die äußere Form ständig den wechselnden Umweltbedingungen des Körpers anpassen. Zellen verfügen über ein hochdynamisches, internes Transportsystem, das beispielsweise neu synthetisierte Bausteine zu spezifischen Bestimmungsorten transportiert oder Signalstoffe aus der Umgebung aufnimmt.

Diese Transportsysteme sind zusammen mit verschiedenen molekularen Motoren auch daran beteiligt, die Wanderung von Zellen zu ihren Wirkorten zu ermöglichen, wie zum Beispiel die von weißen Blutkörperchen zu Entzündungsherden. Dieses Forschungsgebiet ist von großer Bedeutung für verschiedene biomedizinische Fragestellungen. Die Arbeiten im Graduiertenkolleg sollen unter anderem helfen, pathologische Veränderungen von Zellverbänden bei chronischen Krankheiten oder die Tumorzellmigration bei Metastasierung besser zu verstehen.

Die Analyse der dynamischen Verknüpfung intrazellulärer und zellulärer Bewegungen ist ein wachsendes Forschungsfeld, das auch in dem 2003 in Münster gegründeten Sonderforschungsbereich "Molekulare Zelldynamik" interdisziplinär aufgegriffen wird. Durch die enge Verknüpfung des Sonderforschungsbereichs und des Graduiertenkollegs werden sowohl die Forschung auf einem hochaktuellen Gebiet der Biowissenschaften als auch die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern gefördert.

Die Einrichtung des neuen Graduiertenkollegs zum 1. Januar 2005 wird die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Münster in Forschung und Lehre weiter erhöhen. Es gliedert sich ein in die Bemühungen des Fachbereichs Biologie der Universität, mit der Umgestaltung der existierenden Studiengänge die Ausbildung in den Biowissenschaften zu stärken. Das Kolleg wird zusammen mit dem neuen Bachelor-Studiengang Biowissenschaften und den für das Wintersemester 2005/2006 geplanten neuen Master-Studiengängen in den Biowissenschaften die Vielfalt und Qualität des Lehrangebots an der Universität Münster weiter erhöhen.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://celldynamics.uni-muenster.de/

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