Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals genaue theoretische Beschreibung einer Reaktion mit sechs Atomen

23.12.2004


In der jüngsten Ausgabe des renommierten amerikanischen Wissenschaftsmagazins Science (vom 24. Dezember) haben der chinesische Chemiker Tao Wu, Uwe Manthe von der Universität Bielefeld und Hans-Joachim Werner von der TU München erstmals die genaue theoretische Beschreibung einer Reaktion mit sechs Atomen veröffentlicht.

... mehr zu:
»Atom »Reaktionssystem »Science

Chemische Reaktionen können im Prinzip auf der Basis bekannter physikalischer Gesetze vollständig beschrieben werden. Entsprechende genaue Computersimulationen chemischer Reaktionen, die auch alle relevante quantenmechanischen Effekte vollständig in die Betrachtung einbeziehen, sind aufgrund des hohen Rechenaufwands nur für kleine Reaktionssysteme möglich. Daher dienen solche Simulationsrechnungen bisher meist der Untersuchung der chemischen und physikalischen Grundlagen von chemischen Reaktionsprozessen. Neue theoretische Entwicklungen sowie die ständig steigende Rechnerleistung haben jetzt zu einem Entwicklungssprung in diesem Forschungsbereich geführt, der in dem jetzt veröffentlichen Report in Science beschrieben wird. Erstmals ist die genaue theoretische Beschreibung einer Reaktion mit sechs beteiligten Atomen, der Reaktion eines Methan-Moleküls mit einem Wasserstoffatom, auf der Basis grundlegender physikalischer Gleichung gelungen. Derartige genaue Simulationsrechnungen waren bisher nur für Reaktionen mit bis zu vier beteiligten Atomen durchgeführt worden. Diese Entwicklung könnte von allgemeiner, über das spezielle Forschungsgebiet hinausgehender Bedeutung sein. Während bisher das Interesse im wesentlichen der Klärung fundamentaler Fragestellungen galt, haben mit dieser Studie die behandelten Reaktionssysteme eine Größe erreicht, die eine solche Rechnungen für wichtigen Reaktionen in der Atmosphäre oder bei Verbrennungsprozessen möglich erscheinen lassen. Diese Rechnungen könnten dann bei der Untersuchung von Reaktionsketten, die zum Beispiel in der Atmosphäre zur Bildung oder zum Abbau von Ozon führen, helfen.

Der Artikel "First-Principles Theory for the H+CH_4 -> H_2+CH_3 Reaction" von Tao Wu (Zhejiang University), Hans-Joachim Werner (Technische Universität München) und Uwe Manthe (Universität Bielefeld) findet sich unter www.sciencemag.org.


Kontakt: Universität Bielefeld, Fakultät für Chemie, Prof. Dr. Uwe Manthe, Telefon 0521/106 2076.

Dr. Gerhard Trott | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Atom Reaktionssystem Science

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie