Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was im Fenchelsamen enthalten ist

22.12.2004


Physikochemiker der Universität Jena entwickeln neue Methode zur Qualitätskontrolle



Zu einer schnellen und zuverlässigen Qualitätskontrolle von ätherischen Ölen können Wissenschaftler der Universität Jena in Zukunft einen entscheidenden Beitrag leisten. Mit Hilfe einer speziellen Spektroskopie-Methode sind Prof. Dr. Jürgen Popp und seine Mitarbeiterin Dr. Marion Strehle in der Lage, ohne Zeitverlust direkt den Gehalt und die Zusammensetzung der ätherischen Öle von Fenchelsamen zu bestimmen und somit Aussagen über deren Qualität zu machen.

... mehr zu:
»Fenchelsamen »Pflanze »Öle


Ätherische Öle gehören zu den teuersten Naturstoffen. Mit ihren intensiven Düften, antiseptischen und anderen medizinisch wirksamen Eigenschaften finden sie breite Verwendung in Kosmetika, Arznei- und Lebensmitteln. Manche dieser Öle sind sehr teuer, wobei der Preis erheblich von der Qualität abhängt. Diese wird von genetischen Faktoren bestimmt, aber auch von den Wachstumsbedingungen und dem Erntezeitpunkt maßgeblich beeinflusst.

Bisher konnte man den Gehalt an ätherischen Ölen nur mittels der Gaschromatographie bestimmen. Dieses Verfahren ist jedoch zeitraubend und erfordert eine aufwändige Aufarbeitung der Proben, bei der man die Öle aus der Pflanze oder den Samen extrahiert. "Dieses Vorgehen kann die Zusammensetzung und den Gehalt der Öle in den Proben verändern, so dass die Ergebnisse nicht die Qualität der Öle in der Pflanze selbst widerspiegeln", betont Dr. Marion Strehle. Deshalb hat sie in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) in Quedlinburg die nach einem indischen Physiker benannte Raman-Spektroskopie weiterentwickelt. Mit der neuen Methode kann sie den Gehalt und die Qualität der im Fenchelsamen enthaltenen Öle durch eine direkte Messung am Samen bestimmen. "Darüber hinaus ist es uns gelungen, eine mobile Raman-Anlage zu entwickeln, mit der wir die Messungen direkt auf dem Feld vornehmen können", ergänzt Prof. Dr. Jürgen Popp. Dies bringt entscheidende Vorteile mit sich: So kann sich die chemische Zusammensetzung von Pflanzenteilen während des Transportes vom Feld ins Labor verändern. Eine solche Verfälschung wird durch die Messung vor Ort vermieden. "Außerdem können wir die Qualität eines Produktes bestimmen, noch bevor die Pflanze geerntet ist", hebt Popp hervor, "und so zum Beispiel den richtigen Erntezeitpunkt abwarten". Indem man regelmäßig Messungen vornimmt, kann die Entwicklung der Öle in den Fenchelsamen verfolgt und der Einfluss von verschiedenen Faktoren - zum Beispiel Witterungsbedingungen - untersucht werden. "Wir haben mit der Raman-Spektroskopie bereits erfolgreich ätherische Öle in Minzblättern und Zitrusfrüchten untersucht", so Popp. "Die Ergebnisse beim Fenchel sind ein weiterer wichtiger Schritt zu einer Qualitätskontrolle bei diesen wertvollen Naturstoffen".

Die Untersuchungen sind als Teil des DFG-Projektes "Innovative Raman- und Mikro-Raman-Spektroskopie zur Charakterisierung der Qualität von pflanzlichen Produktlinien" in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Biopolymers" erschienen.

Kontakt:
Dr. Marion Strehle / Prof. Dr. Jürgen Popp
Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena
07737 Jena
Tel.: 03641 / 948367, Fax: 03641 / 948302
E-Mail: marion.strehle@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Fenchelsamen Pflanze Öle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer
22.08.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Virus mit Eierschale
22.08.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen