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Computersimulationen helfen Medikamente zu entwickeln

21.12.2004


EML Research (Heidelberg) ist Partner des europäischen Netzwerks "Biosimulation" - Wissenschaftler helfen mit computergestützten Ansätzen, Medikamente schneller, billiger und schonender zu entwickeln



Neue Medikamente zu entwickeln ist langwierig und teuer. Oft sind aufwändige Laborexperimente und zahlreiche Tierversuche notwendig. Deshalb werden zunehmend rechnergestützte Methoden eingesetzt. Mit Computersimulationen berechnen Wissenschaftler die biochemischen Prozesse, die im Körper ablaufen. Damit liefern sie den Kollegen im Labor in kurzer Zeit wertvolle Erkenntnisse, die Zeit und Geld sparen. Um die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Medikamentenentwicklung zu stärken, hat die Europäische Union (EU) jetzt das Projekt "Biosimulation" gestartet (Network of Excellence "Biosimulation - A New Tool in Drug Development"). Zu den rund hundert Forschern aus ganz Europa, die in dem Netzwerk zusammenarbeiten, gehören auch Wissenschaftler des gemeinnützigen Forschungsinstituts EML Research aus Heidelberg. Dr. Ursula Kummer und ihre Arbeitsgruppe sind als eines von sechs deutschen Teams und als einzige Gruppe der BioRegion Rhein-Neckar beteiligt. "Wir bringen unser Know-how bei der Analyse und Simulation von Stoffwechselwegen in das Netzwerk ein", so Dr. Ursula Kummer. Die EU unterstützt das Projekt "Biosimulation" für eine Laufzeit von fünf Jahren mit insgesamt 10,7 Millionen Euro. Neben 25 Forschungseinrichtungen und Universitätsinstituten arbeiten auch neun Industrieunternehmen in dem Netzwerk mit. Die Koordination liegt bei der Technical University of Denmark, Kopenhagen.



Die Biosimulation ist ein neues Werkzeug für die Entwicklung von Medikamenten. Die Grundlagenforschung arbeitet damit schon seit einigen Jahren, in der letzten Zeit wird das Werkzeug aber zunehmend auch in der anwendungsorientierten Biotechnologieforschung eingesetzt. Das EU-Projekt ist somit ein gutes Beispiel für die Nähe zwischen Grundlagenforschung und kommerzieller Anwendung. Langfristiges Ziel ist es, Arzneien künftig schneller, kostengünstiger und schonender zu entwickeln werden und die Zahl der Tierversuche erheblich zu verringern.

Die EML Research gGmbH (http://www.eml-research.de) ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut für Grundlagenforschung in der angewandten Informatik. Ein Hauptschwerpunkt der Forschung liegt in der Bioinformatik. Die Forscher arbeiten eng mit Universitäten zusammen. Die EML Research gGmbH wird von der Klaus Tschira Stiftung gGmbH (KTS) (http://www.kts.villa-bosch.de) gefördert. Das Institut bearbeitet unter anderem Forschungsprojekte der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). EML Research ist Partner des ersten deutschen Zentrums für Modellierung und Simulation in den Biowissenschaften (BIOMS), Heidelberg (http://www.bioms.de).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Peter Saueressig
EML Research gGmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49-6221-533-245
Fax: +49-6221-533-198
peter.saueressig@eml-r.villa-bosch.de

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Dr. Ursula Kummer
Group Leader Bioinformatics and Computational Biochemistry
EML Research gGmbH
Tel: +49-6221-533-225
Fax: +49-6221-533-298
ursula.kummer@eml-r.villa-bosch.de

Dr. Peter Saueressig | idw
Weitere Informationen:
http://www.eml-research.de
http://www.kts.villa-bosch.de
http://www.bioms.de

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