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MERAMOD, ein Vorhersagemodell für Aquakulturen

21.12.2004


In den vergangenen Jahren erlebte die Aquakultur in der Mittelmeerregion einen schlagartigen Anstieg. Mit dem MERAMOD-Modell kann die Gesundheit des Meeresbodens und seiner Bewohner gesichert werden.



Die Aquakultur ist die Kultivierung von natürlichen Produkten (hauptsächlich Fisch, aber auch Schalentiere und Pflanzen) in den Gewässern unseres Planeten wie beispielsweise Meeren und Ozeanen. Die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zusammengetragenen Daten zeigen für die vergangenen zwei Jahrzehnte einen explosionsartigen Anstieg in der Prozentzahl der Fischversorgung aus Aquakulturen. An erster Stelle steht dabei die Aquakultur des Mittelmeers, die vor allem auf den Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und die Goldbrasse (Sparus aurata) spezialisiert ist.

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Mit der steigenden Zahl dieser Kultivierungsform in der Mittelmeerregion steigen auch die Bedenken, welche Auswirkungen dies auf die Meeresumwelt haben kann. Niemals zuvor wurde die Bedrohung für die benthische bzw. am Boden lebende Gemeinschaft so tiefgründig untersucht wie im Rahmen des MERAMED-Projektes. Die Ablagerungen von festem Abfall wurden gemessen und seine Absetzgeschwindigkeit geschätzt. Fester Abfall entsteht durch unverzehrte Nahrung und Fäkalien.

MERAMOD wurde auf der Grundlage von Beziehungen entwickelt, die zwischen dem Zufluss zum Meeresboden und verschiedenen anderen Parametern wie beispielsweise den Gezeiten, den Wetterbedingungen, den Bestandskonzentrationen, der Käfiggeometrie, Futterarten und Futterverteilungsplänen entdeckt worden waren. Veränderungen der benthischen Gemeinschaft wurden über verschiedene Indizes ausgedrückt, die auf Messungen der Biomasse und -vielfalt oder einem Verhältnis dieser beiden Faktoren (z.B. Simpsonindex) basieren.

Die Ergebnisse von MERAMOD ließen sich mit diesen Indizes vergleichen, obwohl es einige Widersprüche vor allem hinsichtlich der Biomasse gab. Dieser Mangel kann aber durch die Definition eines Mantels akzeptabler Genauigkeit korrigiert werden. Somit werden fehlerhafte Ergebnisse vermieden.

MERAMOD stellt den ersten umfassenden Ansatz zur Berücksichtigung der benthischen Komponente in einem Aquakulturmodell dar. Das Modell ist für eine Vielzahl von Einrichtungen von Bedeutung, die sich mit Aquakultur beschäftigen. Dazu gehören die Betreiber von Aquakultur selbst, Regierungsbehörden und Umweltberater.

Die MERAMED-Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an einer facettenreichen und multimedialen Kampagne zur Verbreitung und Bekanntmachung von MERAMOD. Zwar liegt der Schwerpunkt von MERAMOD auf dem Mittelmeer, das Modell kann aber auch für andere Regionen und Fischarten verwendet werden.

Kontakt:

Christofer James Cromey
Scottish Association for Marine Science
Principal author of model
Dunstaffnage Marine Laboratory
PA37 1QA Oban, Großbritannien
Tel: +44-1631-559266
Fax: +44-1631-559001
Email: chjc@sams.ac.uk

Christofer James Cromey | ctm
Weitere Informationen:
http://www.sams.ac.uk/

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