Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großbritannien: Das Inselparadies der Stammzellforschung

09.12.2004


Während Deutschland nach wie vor das Für und Wider abwägt, ist es Forschern in Großbritannien bereits erlaubt: die Erzeugung von menschlichen Stammzellen und -seit August - sogar das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken. Warum sind die Stammzellen überhaupt interessant? Warum von München nach Newcastle umziehen? Menschliche Stammzellen sind für die Forschung interessant, weil sie wahre "Alleskönner" sind: Unter geeigneten Bedingungen können Wissenschaftler aus einer Stammzelle je nach Bedarf eine Hautzelle, eine Nervenzelle, eine Immunzelle oder einen ganz anderen Zelltyp wachsen lassen. Allerdings gibt es ethische Bedenken, besonders gegen die Forschung mit embryonalen Stammzellen.


Das im Januar 2002 beschlossene Klonverbot erlaubt Forschern in Deutschland lediglich, menschliche Stammzellen zu importieren, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden. Neue Stammzelllinien dagegen dürfen Forscher in Deutschland weder selbst gewinnen noch aus dem Ausland einführen, während es ihren Kollegen (in Europa) in Finnland, Griechenland, den Niederlanden, Schweden und seit kurzem auch in der Schweiz erlaubt ist.

Die besten Bedingungen finden Stammzellforscher jedoch in Großbritannien. Bereits seit Februar 2002 haben zwei Arbeitsgruppen die Genehmigung, neue embryonale Stammzelllinien zu erzeugen. Seitdem hat das Labor von Stephen Minger am Londoner King’s College unter anderem eine neue Stammzelllinie gewonnen, die den Wissenschaftlern bei der Erforschung der Erbkrankheit Mukoviszidose helfen soll.


Noch einen Schritt weiter ist die Universität von Newcastle: Dort dürfen Forscher des Centre for Life seit August sogar menschliche Embryonen zu Forschungszwecken herstellen. Dafür schleusen sie das Erbgut eines Patienten in eine zuvor vom ursprünglichen Erbmaterial befreite Eizelle ein. Aus dieser Zelle können die Wissenschaftler erst Stammzellen erzeugen und diese anschließend zu Zellen reifen lassen, die dem Patienten fehlen - zum Beispiel zu neuen Hautzellen für ein Verbrennungsopfer. So wollen die Arbeitsgruppen von Alison Murdoch und Miodrag Stojkovic - der erst vor zwei Jahren wegen der restriktiven deutschen Gesetzgebung von München nach Newcastle wechselte - unter anderem neue Therapieansätze für die Zuckerkrankheit entwickeln.

Einen Überblick über die Stammzell-Forschung in Großbritannien gibt der Wissenschaftsjournalist Michael Groß, Science Writer in Residence am Londoner Birbeck College, in der Dezember-Ausgabe der "Nachrichten aus der Chemie". Näheres erfahren Sie von der Redaktion bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Varrentrappstr. 40-42, 60486 Frankfurt am Main; Tel. 069 7917462; nachrichten@gdch.de

Dr. Ernst Guggolz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten
http://nachrichten@gdch.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie