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Bekämpfung der Bioerosion an Unterwasserstrukturen

01.12.2004


Die Marine Biological Association hat auf Grundlage umfangreicher Untersuchungen verschiedene Empfehlungen zum Schutz der von Menschenhand geschaffenen Wellenbrecher vor der drohenden Bioerosion erstellt.


Bioerosion ist der biologische Zerfall von Stoffen. Materialien wie Stein, Holz und Korallen werden vorrangig durch mechanische Einflüsse zerstört, aber auch chemische Reaktionen spielen eine Rolle. Eine Vielzahl von Meeresbewohnern sind an diesem natürlichen Prozess beteiligt.

Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt lag der Schwerpunkt bei den durchgeführten Untersuchungen auf der Bioerosion und Biokonstruktion von Korallenriffen. Die Marine Biological Association (MBA) in Großbritannien hat kürzlich die Rolle der Bioerosion in Unterwasserstrukturen (Low Crested Structures = LCS) untersucht. LCS wurden zum Schutz der Küste vor Überschwemmungen und Küstenerosion entwickelt.


Die Bioerosion stellt eine Bedrohung der Langzeitstabilität der LCS dar. Das Programm für Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung hat die Finanzierung eines Experimentes an verschiedenen Orten in ganz Europa unterstützt. Es wurden Daten zu verschiedenen LCS-Arten, zur lokalen Artenvielfalt des Meeres und zu den Eigenschaften des Meerwassers zusammengetragen und analysiert sowie eine Reihe von Empfehlungen formuliert. Die erste mögliche Maßnahme beim Bau von LCS ist die Verwendung von Materialen, die der Bioerosion standhalten, wie z.B. Granit oder Beton. Doch die Bioerosion kann manchmal auch Vorteile haben, z.B. wenn die dabei entstehenden Spalten und Unregelmäßigkeiten Lebensraum für neue Arten bieten.

Die MBA schlägt daher die Vergrößerung von LCS aus kohlenstoffhaltigen Materialien vor, um die Balance zwischen positiven und negativen Auswirkungen zu halten. Schließlich muss auch die Tiefe der LCS kontrolliert werden, da die Studie neue Erkenntnisse zur tiefenabhängigen Strukturzerstörung durch eindringende Organismen wie beispielsweise Muscheln brachte.

Die an sehr vielen Standorten von der Adria bis zum Atlantik zusammengetragenen Daten hatten noch eine andere wichtige Entdeckung zur Folge. Die maritime Artenvielfalt ist in Abhängigkeit von der Wassertemperatur und anderen Faktoren von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. Infolgedessen gibt es auch deutliche Unterschiede bei den Arten, welche die Bioerosion vorantreiben. Deshalb müssen LCS-Ingenieure ihre Konstruktionen an die jeweiligen lokalen biologischen und klimatischen Bedingungen anpassen.

Kontaktangaben

Dr Paula Moschella
Marine Biological Association
Citadel Hill
PL1 2PB
Plymouth Großbritannien
Tel: +44-1752-633353
Fax: +44-1752-633102
Email: pmos@mba.ac.uk

Dr Paula Moschella | ctm
Weitere Informationen:
http://www.mba.ac.uk/

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