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Blauwarte wird Pflanze Europas 2005

29.11.2004



Die Entscheidung für die "Pflanze Europas 2005" ist gefallen: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geobotanik der Universität Hannover und dem Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg verleiht die Dr. Pandalis Stiftung dem Wildgemüse Blauwarte (Cichorium intybus ssp. silvestre) jetzt diese Auszeichnung.


"Wir haben uns für die Blauwarte entschieden, weil es sich dabei um eine zu unrecht in Vergessenheit geratene Pflanze handelt", begründet der Medizinhistoriker und Schirmherr der Dr. Pandalis Stiftung, Prof. Gundolf Keil, das Votum der Jury. "Schon die alten Griechen und Römer verwendeten die ebenso als Waldwegwarte bekannte Cichorienart als Heil- und Gemüsepflanze. Auch in der Volksmedizin setzte man sie seit jeher zur Beruhigung und Förderung der Verdauung ein." Um so tragischer sei es, daß die Pflanze gerade in unserer heutigen von Unruhe und Nervosität geprägten Zeit selbst Fachleuten kaum noch bekannt sei, so Keil weiter.

Unter Naturschutz steht die zwischen Juni und September blühende Blauwarte jedoch nicht: "Spaziergänger finden die bitter schmeckende Verwandte des Chicorée vor allem am Rand von Wald- und Feldwegen oder auf Brachland", weiß Prof. Richard Pott. Schon mit wenigen frischen Blättern kann man gemischten Salaten eine besondere bitter-pikante Note verleihen. Am besten schmecken diese übrigens kurz vor der Blüte. Obwohl fast allgegenwärtig, untersucht und entdeckt die Wissenschaft erst jetzt die heilbringenden Eigenschaften der blau blühenden Blume:


An der Charité Berlin läuft unter Leitung von Prof. Holger Kiesewetter gerade eine Studie zu den beruhigenden Eigenschaften der Blauwarte. Die ersten Ergebnisse einer Vorstudie sind vielversprechend: Circa 75 Prozent der Teilnehmer stellten eine deutliche Besserung ihrer inneren Unruhe fest, 69 % der Probanden fühlten sich weniger angespannt und antriebsarm als zuvor und 65 % konnten ihre Nervosität erheblich abbauen.

Wem die löwenzahnähnlichen Blätter des Wildgemüses zu bitter schmecken, findet die ersten natürlichen Blauwarten-Produkte in Apotheken und ausgesuchten Bio-Läden.

Prof. Dr. Richard Pott | Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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