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Zensus am Meeresgrund soll Licht ins Dunkel bringen

24.11.2004


Mehr als 13.000 neue Spezies entdeckt



Mehr als 13.000 neue Arten hat das Zehn-Jahres-Forschungsprogramm Census of Marine Life im Ozean gefunden. Das Ergebnis ist nun in London präsentiert worden. Darüber hinaus ist es den Wissenschaftlern aus 70 Staaten gelungen, bisher unbekannte Migrationsrouten von Tunfischen und Haien zu erforschen. Die Kosten für das Projekt liegen bei einer Mrd. Dollar.

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Neben dem wissenschaftlichen Wert sollen die Erkenntnisse auch dazu führen, dass der kommerzielle Fischfang unter nachhaltigen Bedingungen stattfinden kann. Die wichtigsten Forschungsvorhaben sind allerdings die Suche nach neuen bisher unbekannten Spezies in der Tiefsee. "Über die ersten 100 Meter wissen wir schon Einiges. Alles was aber darunter liegt, ist quasi Neuland", so Ron O’Dor, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprogramms in Washington. "Wenn ein Fisch in 2.000 Metern Tiefe gefangen wird, ist die Chance, dass es sich um eine wissenschaftliche Sensation handelt, schon sehr groß", erklärt der Forscher.

Im Vergleich zu den Ergebnissen im Jahr zuvor war die Ausbeute seit dem letzten Jahresbericht diesmal gewaltig. Vor allem das Bild wie das Leben in der Tiefsee tatsächlich funktioniert, fasziniert die Wissenschaftler. "In einigen Resultaten konnten wir eine Zirkulation entdecken, die wie ein Doughnut aussieht", so Fred Grassle von der Rutgers University. Diese Doughnut-Ringe von einem Durchmesser von zehn Kilometern lagen Tausende Meter in der Tiefsee.

Ein weiterer Teil des Forschungsprojekts ist die Schaffung der Ocean Biographic Information System Datenbank. Bisher sind mehr als 5,2 Mio. Einträge mit Vorkommen, Daten und Meerestiefe erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies um 1,1 Mio. mehr. Damit sind 38.0000 marine Lebewesen vom Wal bis zum Zooplankton beschrieben. Ein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem mittelatlantischen Rücken und den 80.000 dort vorkommenden Spezies. Mindestens 100 neue Fischarten sind dort im Vorjahr neu entdeckt worden. Die gesamte Zahl an Fischarten liegt derzeit bei mehr als 15.000 Spezies. Bis zum Projektende schätzen die Forscher die Gesamtzahl dann auf rund 20.000.

Eines der wesentlichen Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit den Mikroben, die 90 Prozent der ozeanischen Biomasse ausmachen. Sie spielen im globalen Klimageschehen des Planeten eine wesentliche Rolle, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.coml.org

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