Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Blut verklebt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall

11.10.2004


Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose und Lungenembolie - in Deutschland gehören diese gefäßbedingten Erkrankungen noch immer zu den häufigsten Todesursachen. Schuld daran sind die Blutplättchen oder Thrombozyten. Wenn sie miteinander verkleben und einen Blutpfropf, einen so genannten Thrombus, bilden, kann das für den Patienten gefährlich werden. Löst sich dieser Thrombus von den Gefäßwänden ab und wandert Richtung Herz, Hirn oder Lunge, endet das in vielen Fällen tödlich. Doch die Blutplättchen haben auch eine wichtige, oft lebensrettende Funktion: die Blutstillung. Kommt es zu einer Verletzung, heften sich die Thrombozyten sekundenschnell an der offenen Stelle an, verkleben miteinander und bilden einen Thrombus. Dieser Pfropfen aus vielen Blutplättchen hat in diesem Fall aber eine durchaus erwünschte Wirkung. Er verschließt die offenen Stellen in den Gefäßen und stoppt so die Blutung. Bereits seit den 60er-Jahren versuchen Forscher Methoden zu entwickeln, die die Thrombozytenfunktion verringern und so das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall senken. Doch das Ganze ist ein zweischneidiges Schwert. Medikamente, die die Blutplättchen teilweise außer Gefecht setzen, hindern sie natürlich auch daran ihre Aufgabe als "Retter" bei Verletzungen zu erfüllen.



Mit der Blutstillung und ihren leider auch negativen Folgen beschäftigt sich das "Erste Internationale Hämostase Symposium", das am 14. Oktober 2004 an der Universität Würzburg stattfinden wird. Bernhard Nieswandt vom Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG-Forschungszentrum für experimentelle Biomedizin und Ulrich Walter vom Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie haben das Symposium gemeinsam organisiert. Mehr als 250 Wissenschaftler aus aller Welt werden hierzu erwartet. Mit Sanford J. Shattil von der University of California in San Diego konnten die Veranstalter einen hochkarätigen Referenten gewinnen: Als Herausgeber der Fachzeitung "Blood" ist sein Name wohl jedem Forscher ein Begriff, der sich mit Blut befasst. Das " Erste Internationale Hämostase Symposium" findet am 14. Oktober 2004 von 12:00 bis 17:30 Uhr im Rudolf-Virchow-Zentrum in der Versbacher Str. 9 in Würzburg statt. Gäste sind herzlich willkommen.



Im Anschluss an das Symposium wird in Bad Brückenau das "European Platelet Meeting" stattfinden. Dieser international hochrangige Kongress findet seit über 20 Jahren in verschiedenen europäischen Städten statt. Nieswandt und Walter ist es gelungen, diese renommierte Veranstaltung in diesem Jahr erstmalig nach Unterfranken zu holen.

Über das Rudolf-Virchow-Zentrum:

Das Rudolf-Virchow-Zentrum ist das DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin und gehört als Zentrale Einrichtung zur Universität Würzburg. Das Zentrum wurde im Januar 2002 gegründet und ist eines von drei im Sommer 2001 bewilligten Pilotprojekten, mit denen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) so genannte "Centers of Excellence" fördert. In den drei Bereichen "Nachwuchsgruppeninstitut", "Kernzentrum" und "Forschungsprofessuren" arbeiten zur Zeit zehn Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der Schlüsselproteine. Außerdem gehört ein Lehr- und Ausbildungsbereich zum Rudolf-Virchow-Zentrum. Gemeinsam mit den Fakultäten für Biologie und Medizin der Universität Würzburg werden ein Studiengang Biomedizin und eine "Graduate-School" für Doktoranden angeboten. Das "Public Science Center", eine eigene Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein.

Kontakt:

Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin
Kerstin Endele (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit)
Telefon 0931 / 201 487 14
Email: kerstin.endele@virchow.uni-wuerzburg.de

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.virchow.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften