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Menschen mit Mutationen des Gens MC4R wiegen deutlich mehr

30.09.2004


Effekt bei Frauen doppelt so stark wie bei Männern

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Wissenschafter der Philipps-Universität Marburg haben nachgewiesen, dass Mutationen des MC4R Gens bedeutende Auswirkungen auf die Körpermassenzahl (BMI) von Menschen haben. Der BMI ergibt sich durch die Division des Gewichts durch das Quadrat der Größe in Metern. Die Forscher schreiben im Journal of Medical Genetics, dass Menschen mit dieser Mutation deutlich mehr wiegen. Das Team untersuchte das Körpergewicht und die DNA von 181 Verwandten von 25 extrem übergewichtigen Patienten mit dieser Genmutation. Es gibt bis zu 34 MC4R-Mutationen, obwohl nur zwei bis drei Prozent der stark Übergewichtigen sie in sich tragen.

Es zeigte sich, dass die Träger der Mutationen über einen deutlich höheren BMI verfügten. Dieser Effekt war bei Frauen etwa doppelt so stark ausgeprägt wie bei Männern. Bei Frauen mittleren Alters waren die Mutationen für 9,5 Kilogramm pro Quadratmeter zusätzliches Gewicht verantwortlich, bei Männern der gleichen Altersgruppe für vier Kilo. Laut den Wissenschaftern besteht ein Zusammenhang zwischen den Mutationen und einer starken Prädisposition zur Fettleibigkeit. Sank das Ausmaß des Übergewichts zwischen Verwandten ersten und zweiten Grades bei Patienten ohne Genmutation deutlich, war dieses Phänomen bei den Verwandten von Patienten mit Genmutation deutlich weniger stark ausgeprägt. Damit ist laut den Wissenschaftern ein weiterer Beweis für die Bedeutung der Mutationen erbracht.


Das Team schreibt, dass es allgemein bekannt sei, dass das Körpergewicht von vielen genetischen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst wird. Die MC4R-Mutationen bedingten eine starke Prädisposition zur Fettleibigkeit. Das starke Übergewicht der Verwandten von Patienten mit Genmutation legt jedoch laut BBC nahe, dass die Mutationen selbst nicht für das Übergewicht verantwortlich sind. Andere genetische und unweltbedingte Faktoren spielten ebenfalls eine Rolle, da auch dünne Menschen über diese genetischen Mutationen verfügen können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de
http://jmg.bmjjournals.com

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