Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen verbessern Herzleistung nach Infarkt

13.09.2004


Rostocker Forscher präsentieren neueste Erkenntnisse auf Europäischem Herzkongress


Die Injektion von Stammzellen kann die Herzleistung nach einem Herzinfarkt deutlich steigern. Das hat eine Arbeitsgruppe des Steinbeis-Transferzentrum für Herz-Kreislaufforschung der Universität Rostock in mehreren Studien nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden heute erstmals in mehreren Vorträgen auf dem Jahreskongress der Europäischen Herzchirurgen in Leipzig vorgestellt.

In einer Phase II Studie haben die Rostocker Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Gustav Steinhoff Patienten gleichzeitig mit einer Bypass-Operation körpereigene Stammzellen injiziert. Die aus dem eigenen Knochenmark gewonnenen Stammzellen wurden direkt in das Grenzgebiet des Infarkts gegeben. Ein Jahr nach dem Eingriff zeigte sich, dass Patienten, die einen Bypass mit begleitender Stammzellinjektion erhalten hatten, eine deutlich bessere Herzleistung hatten, als Bypass-Patienten ohne Stammzellbehandlung.


Prof. Steinhoff, Leiter des Steinbeis-Transferzentrum für Herz-Kreislaufforschung, ist zuversichtlich: "Unsere Ergebnisse belegen, dass die Stammzellinjektion sicher ist. Vor allem bei Patienten mit geringer Herzleistung ist sie effektiver als die reine Bypass-Operation."

In weiteren Studien haben die Rostocker Wissenschaftler gemeinsam mit dem Leipziger Biotechnologie-Unternehmen VITA 34 AG die Verwendung von Nabelschnurblut-Stammzellen in der Herzchirurgie untersucht. Im Tiermodell zeigte sich, dass Nabelschnurblut-Stammzellen die Gefäßneubildung nach einem Infarkt unterstützen und die Größe des Infarktgebietes verringern. In den Blutgefäßen des Grenzgebiets zum Infarkt konnten neue Zellen nachgewiesen werden, die sich aus Nabelschnurblut-Stammzellen entwickelt hatten. Außerdem wurde beobachtet, dass diese Zellen im Nervengewebe des Gehirns Nervenzellen gebildet hatten. Das Forschungsprojekt wurde mit Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit finanziert.

Dr. Eberhard Lampeter, Ärztlicher Leiter von VITA 34, sagt: "Die Ergebnisse des Rostocker Teams decken sich mit unseren Erfahrungen bei anderen Forschungsprojekten. Nabelschnurblut-Stammzellen besitzen aufgrund ihres geringen Alters ein enormes regeneratives Potenzial."

Nabelschnurblut-Stammzellen werden zum Zeitpunkt der Geburt aus dem Restblut von Nabelschnur und Plazenta gewonnen - normalerweise ein Abfallprodukt. Genau wie Knochenmark-Stammzellen ist ihre Entnahme und Verwendung ethisch unbedenklich.

Über das Steinbeis-Transferzentrum: Das Steinbeis-Transferzentrum für Herz-Kreislaufforschung der Universität Rostock beschäftigt sich unter anderem mit der anwendungsorientierten wissenschaftlichen Forschung im Bereich Herz-Kreislauf und der Entwicklung, Evaluierung und Sicherheitstestung von Biomaterialien, Transplantaten und Implantaten für das Herz.

Über VITA 34: VITA 34 ist ein Biotechnologie-Unternehmen, dessen Schwerpunkt in der Aufbereitung, Langzeitlagerung und Erforschung menschlicher Nabelschnurblut-Stammzellen liegt. VITA 34 wurde 1997 von Leipziger Ärzten gegründet.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de
http://www.vita34.de
http://www.stw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht „Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz
08.12.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Die Zukunft der grünen Gentechnik
08.12.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie