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Gen-Dopping lässt Mäuse schneller laufen

24.08.2004


Entscheidend ist das Protein PPARdelta

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Wissenschaftler des Salk Institute haben gentechnisch veränderte Mäuse geschaffen, die fast die doppelte Entfernung laufen können wie normale Mäuse. Laut Ronald Evans wurde damit erstmals ein Tier mit einer erhöhten Ausdauer produziert. Die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass Medikamente, die sich derzeit bereits in der klinischen Entwicklung befinden, Ausdauer unbeabsichtigt erhöhen können. "Es besteht die Gefahr eines Missbrauches durch Sportler". Medikamente, die die Auswirkungen von sportlicher Betätigung nachbilden, könnten Patienten helfen, die nicht in der Lage sind Muskeln selbst aufzubauen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Public Library of Science Biology veröffentlicht.

Die Forscher konzentrierten sich auf das Protein PPARdelta, das eine Rolle bei der Fettverbrennung und beim Kampf gegen Übergewicht spielt. Das Team hat bereits nachgewiesen, dass die Erhöhung der Aktivität von PPARdelta bei Fettzellen eine Verringerung der Fettspeicher der Zellen fördert. Im Körper sind die größten Fettverbraucher jene Muskeln, die für die Ausdauer verantwortlich sind. Aus diesem Grund schufen die Wissenschaftler gentechnisch veränderte Mäuse, die zusätzliches PPARdelta in ihren Muskeln bildeten. Als diese Tiere gemeinsam mit einer Kontrollgruppe für 97 Tage auf eine fettreiche Diät gesetzt wurden, betrug die Gewichtszunahme bei den neu geschaffenen Mäusen nur ein Drittel. Die Erhöhung der PPARdelta-Menge hatte auch überraschende Auswirkungen auf den Muskelaufbau selbst. Die Menge der für die Ausdauer entscheidenden Muskeln verdoppelte sich.


Laut Evans sind diese Tiere genetisch in einem besseren Zustand. "Sie verhalten sich wie trainierte Sportler." Bei Tests zeigte sich, dass die so genannten Marathon-Mäuse 92 Prozent länger laufen konnten als normale Tiere. Es ist nicht bekannt, ob eine spätere Erhöhung der Menge von PPARdelta oder beim Menschen eine ähnliche Verbesserung der Ausdauer hervorrufen könnte. Zufällig wird laut NewScientist jedoch das Medikament GW501516, das PPARdelta direkt aktiviert, derzeit von GlaxoSmithKline klinisch getestet. Evans hat bereits nachgewiesen, dass GW501516 viele der gleichen genetischen Veränderungen hervorruft, die auch durch die Erhöhung der Menge von PPARdelta verursacht werden. Offen bleibt, ob das Medikament allein ausreichen wird um eine Erhöhung der Ausdauer zu erreichen. Evans geht davon aus, dass eine Kombination von Training und Medikament die Ausdauer bei Tieren rascher erhöhen würde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.salk.edu
http://www.plosbiology.org/plosonline/?request=index-html

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