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Aminosäure zur Bekämpfung von Retroviren

16.08.2004


Tryptophan verhindert Ausbreitung



Amerikanische Wissenschaftler haben einen neuen Ansatz zur Bekämpfung von Retroviren entwickelt. Unter der Leitung von Massimo Palmarini von der Georgia University wurde mit Tryptophan eine Chemikalie identifiziert, die Retroviren an der Ausbreitung hindern kann. Viren wie HIV verbreiten sich permanent weiter, indem sie ihr genetisches Material in gesunde Zellen einschleusen. Die Forscher gehen in den Proceedings of the National Academy of Sciences davon aus, dass Tryptophan diesen Vorgang verhindern kann. Eine Behandlung gegen die meisten Retroviren ist schwierig, da sie den genetischen Aufbau von Zellen permanent verändern. Menschen und Tiere tragen jedoch auch harmlose Retroviren in sich, die keine Bedrohung für die Gesundheit darstellen.



Die Wissenschaftler führten als Teil der aktuellen Studie Tests mit Schafen durch. Sie verglichen ein Retrovirus, das Lungenkrebs bei den Tieren verursacht, mit einem der harmlosen. Dabei wurde ein harmloses Retrovirus identifiziert, das dem Krebs verursachenden sehr ähnlich ist. Dieses Virus konnte sich nicht ausbreiten und gesunde Zellen infizieren, da seine viralen Partikel nicht aus der Wirtszelle entweichen konnten. Verantwortlich dafür war die Aminosäure Tryptophan. Es zeigte sich zusätzlich, dass dieses Retrovirus, enJS56A1, auf das Virus, das den Lungenkrebs verursacht, Auswirkungen hat. Palmarini erklärte gegenüber BBC News Online, dass weitere Forschungen notwendig seien. Es könnten geringfügige Unterschiede zwischen den einzelnen Retroviren bestehen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uga.edu
http://www.pnas.org

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