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Australische Dingos kommen aus China

03.08.2004



Genetische Analyse erzählt 5.000 jährige Geschichte

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Schwedische Forscher haben die Spuren der australischen Dingos zurück verfolgt und sind zum Ergebnis gekommen, dass die Hunde als so genanntes "Single Chance Event" von Asien nach Australien gekommen sind. Das Ereignis liegt etwa 5.000 bis 6.000 Jahre zurück. Die Forscher nehmen an, dass die Dingos mit austronesisch sprechenden Siedlern über Südostasien auf den Fünften Kontinent gekommen sind, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS.

Beweise wollen die Forscher um Peter Savolainen vom Royal Institute of Technology in Stockholm in der mitochondrialen DNA der Dingos gefunden haben. Demnach sind die seefahrenden Siedler, deren Ursprung in Südchina lag, über Taiwan und die Philippinen nach Indonesien gewandert. Von dort aus haben sie auch den Boden Australiens betreten und Hunde mitgebracht.


Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler basieren auf der Untersuchung der mitochondrialen DNA zwischen den Hunden, Wölfen und Dingos. Die mitochondriale DNA unterscheidet sich in einigen Punkten von der Kern-DNA. Die wichtigste Unterscheidung bezieht sich darauf, dass sie nur von der Mutter auf die Tochter vererbt wird, da nur die Eizelle ihre Mitochondrien mitbringt. Dadurch findet keine Vermischung mit dem männlichen Genom statt und die Erblinie ist klar zu verfolgen. Demnach konnten die Experten bei den Dingos eine große Ähnlichkeit zu einer einzelnen Zelltype namens A29 finden. Diese Zelltype findet sich nur in ostasiatischen Hundespezies wieder. Dazu hatten die Wissenschaftler 211 Dingos und 676 Hunde weltweit sequenziert.

Obwohl vom Körperbau scheinbar verwandt mit indischen Pariah-Hunden und Wölfen, sind die genetischen Vorfahren eher in Südostasien zu finden als am indischen Subkontinent. Fest steht, dass bei der Ankunft der europäischen Siedler Dingos bereits am gesamten Kontinent Australien weit verbreitet waren. Die meisten lebten als wilde Tiere, einige wurden auch als Haustiere von Aboriginies gehalten. Der einzige Platz, auf dem Dingos nicht vorkamen, war Tasmanien: Der Landweg, der vor rund 6.000 Jahren die Insel vom Festland abschnitt, wurde zu einer Barriere. Zwar sind Dingos heute nicht vom Aussterben bedroht, allerdings sind wahrscheinlich 80 Prozent der Tiere nicht mehr reinrassig.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org

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