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Bioethik in Schlagwörtern

02.08.2004


Der Erschließung bioethischer Literatur bieten sich ab sofort neue Möglichkeiten: Das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) der Universität Bonn hat zusammen mit seinen nationalen und internationalen Partnern einen neuen, mehrsprachigen Thesaurus Ethik in den Biowissenschaften herausgebracht. Das Werkzeug zur Literaturrecherche und -verschlagwortung stößt nicht nur in Deutschland auf großes Interesse.



Ein Thesaurus ist gewissermaßen ein Katalog von hierarchisch strukturierten Schlagwörtern mit Querverweisen zu verwandten Themengebieten. Wer beispielsweise nach Literatur zum Thema Gentechnik sucht, wird vom Thesaurus schnell zu den Teilgebieten geführt, die ihn interessieren. Dazu verweist der Schlagwortkatalog auf eine Reihe von Unterbegriffen wie "Klonen", "Grüne Gentechnik" oder "Genetisch veränderter Organismus". Unter jedem Schlagwort findet der Nutzer einerseits weitere thematische Eingrenzungen, aber auch Verweise zu verwandten Themengebieten. So findet er schnell und präzise die passenden Literaturstellen. Andererseits hilft der vom Bonner Referenzzentrum in Verbindung mit seinen Partnern in Göttingen (IDEM), Tübingen (IZEW), Paris (CDEI) und Washington (KIE) entwickelte Thesaurus auch bei einer international einheitlichen Verschlagwortung von Bioethik-Literatur.



Einzigartig: Einheitliche Literaturerschließung in drei Sprachen

Einzigartig an dem neuen Thesaurus ist nämlich, dass er in drei parallel angelegten Sprachfassungen mit jeweils mehr als 2.500 Schlagwörtern entwickelt wurde. Damit bietet sich erstmals die Möglichkeit, bioethische Literatur im deutsch-, englisch- und französischsprachigen Forschungsraum nach einem einheitlichen System zu erfassen, da es nun nicht mehr erforderlich ist, bei der Indexierung von Literatur auf sprachspezifische Einzelthesauri zurückzugreifen.

Zudem ist der Thesaurus Ethik in den Biowissenschaften gegenüber vergleichbaren Schlagwortlisten thematisch umfassender konzipiert: Er deckt nicht nur Themen im Humanbereich ab, sondern auch bisher nicht oder nur marginal erfasste Bereiche wie Tierethik, Ethik des Umwelt- und Naturschutzes, der Landwirtschaft oder auch der Gen- und Biotechnologie. Diese Gebiete werden in bioethischer Hinsicht immer relevanter. Damit ist der neue Thesaurus in seiner breiten bioethischen Schwerpunktsetzung und Mehrsprachigkeit zur Zeit weltweit einzigartig. Mehrere internationale Bioethik-Institutionen haben bereits ihr Interesse bekundet.

Der Thesaurus liegt in drei Publikationsformen vor: Die Printversion kann beim DRZE gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro bestellt werden. Im Internet steht er auf den DRZE-Seiten kostenlos als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. Auf den gleichen Seiten ist die Online-Version mit komfortablen Such- und Navigationsmöglichkeiten zur freien Nutzung zugänglich. Die deutsche und englische Version ist ab sofort verfügbar, die französischsprachige Fassung wird Anfang 2005 veröffentlicht.

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Renate Schruff, Claudia Dickhaus
Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften
Universität Bonn
Telefon: 0228/73-1930
E-Mail: thesaurus@drze.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.drze.de/thesaurus

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