Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher auf der Suche nach rotem und grünem Schnee

26.07.2004


Extrem kalt muss es sein, damit sich Schneealgen wohl fühlen. Die Mikroalgen sind Überlebenskünstler - sie haben sich sehr gut an arktische Temperaturen angepasst. In schwer zugänglichen Gletschern und Schneefeldern Spitzbergens sind Prof. Dr. Günter Fuhr, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT und Dr. Thomas Leya dem Geheimnis der Extremophilen auf der Spur (Expedition vom 25. Juli bis 7. August).



Die Berliner Arbeitsgruppe Extremophilenforschung des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT reist Ende Juli/Anfang August nach Spitzbergen (Svalbard). Hauptziel der 9. Polarexpedition, die von der DFG durch Sachmittel gefördert wird, ist diesmal die arktische Ostküste Spitzbergens. Mit Genehmigung des Gouverneurs von Svalbard werden Prof. Dr. Günter Fuhr und Dr. Thomas Leya die schwer zugänglichen Gletscher und Schneefelder auf der Suche nach Schneealgen durchforsten.



Schneealgen sind kälteliebende Mikroalgen, die sich sehr gut an tiefe Temperaturen angepasst haben. Die 1999 am Institutsteil Biomedizinische Technik AMBT in Berlin gegründete Sammlung kryophiler Algen (CCCryo Culture Collection of Cryophilic Algae) stellt eine einzigartige Bioressource für die Extremophilenforschung in Deutschland und Europa dar.

Die Forscher erweitern die Kultursammlung durch die Algen und Algenstämme aus der Hocharktis und Antarktis und untersuchen zur Zeit verstärkt kälteaktive Enzyme und sekundäre Pigmente wie Carotinoide. Leistungsstarke Mikroskope und Digitalkameras der Firma Olympus, die diese Expedition gerätetechnisch unterstützt, ermöglichen detaillierte Untersuchungen und genaue Dokumentation der Algen vor Ort. Ein neues Arbeitsziel nach dieser Expedition wird die Sicherung der Algenbank auf Basis einer Tieftemperaturkon-servierung in flüssigem Stickstoff bei Temperaturen unter -180 °C, die derzeit für tierische Zellen in unseren Teilinstituten St. Ingbert und Sulzbach (Saarland) realisiert wird (Europäische Kryoforschungsbank EUROCRYO). Die nächste Expedition ist bereits für 2006 in das Dallman Labor in der Antarktis geplant.

Ansprechpartnerin:
Dr. Stephanie Schwarz
Telefon: 030 / 2093-8634, Fax: -86 35
stephanie.schwarz@ibmt.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik Medizinische Biotechnologie (AMBT) am Zentrum für Biophysik & Bioinformatik
Humboldt-Universität
Invalidenstraße 42, 10115 Berlin

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Alge Biomedizinisch Expedition Extremophilenforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen