Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NASA zeichnet Saar-Uni-Forscher aus

09.07.2004


Dr. Henning Madry ist es gemeinsam mit US-amerikanischen Forscherkollegen gelungen, ein verbessertes Knorpelgewebe zu züchten, das als biologisches Ersatzgewebe bei Gelenkknorpel-Defekten transplantiert werden könnte. Für seine Forschungsergebnisse wurde der Orthopäde jetzt mit dem NASA Space Act Award ausgezeichnet.



Gelenkknorpel ist eine geniale Erfindung der Natur. Das elastische Gewebe ermöglicht, dass wir Arme und Beine beugen und wieder strecken können, überhaupt, dass wir uns bewegen und unser Gewicht tragen können. Problematisch wird es aber dann, wenn der Knorpel durch Verletzung oder Abnutzung seine Funktion nicht mehr erfüllt: Er kann sich im Gegensatz zu anderen Körpergeweben - wie etwa der Haut - nicht selbst reparieren, was zum gefürchteten Gelenkverschleiß, der Arthrose, führen kann.

... mehr zu:
»Behandlungsmethode »Gewebe »Knorpel »NASA


Dr. Henning Madry, Leiter des Labors für Experimentelle Orthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik (Direktor: Prof. Dieter Kohn) in Homburg, hat nun zusammen mit US-amerikanischen Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine neue Behandlungsmethode bei Gelenkknorpel-Defekten entwickelt, die bald schon den Weg in die Praxis finden könnte. Sie basiert auf dem Gentransfer des körpereigenen insulinartigen Wachstumsfaktors I: Genetisches Material wird in entnommene Zellen des Knorpels eingeschleust. Im Labor werden die Zellen im so genannten Bioreaktor kultiviert - in diesem besonderen Behälter finden die Zellen die idealen Bedingungen, um sich zu teilen - und es entwickelt sich Knorpelgewebe, das eine Zelldichte ähnlich der des natürlichen Gewebes erreicht. Dieses Gewebe kann transplantiert werden, so dass der defekte Knorpel austauschbar und damit eine Reparatur möglich wird. Das Forscher-team hat seinen Durchbruch in der international renommierten Zeitschrift Human Gene Therapy veröffentlicht (September 1, 2002; 13: 1621-1630). Madry, der auch als orthopädischer Chirurg an der Universitätsklinik tätig ist, arbeitet nun daran, die neue Behandlungsmethode für den praktischen Einsatz am Menschen weiterzuentwickeln.
Für seine bisherigen Forschungserfolge und "die kreative Entwicklung einer technischen Innovation" zeichnete die amerikanische Weltraumbehörde NASA den Homburger Mediziner jetzt mit dem NASA Space Act Award aus. Die Arbeit des 35jährigen, der insgesamt drei Jahre am MIT und an der Harvard University forschte, wurde ausgewählt zur Veröffentlichung im offiziellen NASA-Newsletter "NASA Tech Brief".


Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit Dr. Henning Madry: Tel:06841/162-4500 oder 162-4520; Email: hmad@hotmail.com

Claudia Brettar | idw

Weitere Berichte zu: Behandlungsmethode Gewebe Knorpel NASA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pharmakologie - Im Strom der Bläschen
21.07.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Blutstammzellen reagieren selbst auf schwere Infektionen
21.07.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmakologie - Im Strom der Bläschen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft

21.07.2017 | Informationstechnologie

Blutstammzellen reagieren selbst auf schwere Infektionen

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie