Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genpolymorphismus in G-Proteinen wird in Pharmakogenetik eingesetzt

07.07.2004


Ruhrgebiets-Innovation in Süddeutschland gefragt


Für die Universität Duisburg-Essen hat die PROvendis GmbH, Patentverwertungsagentur von 23 Hochschulen in NRW, einen Lizenz- und Kooperationsvertrag ausgehandelt. Lizenznehmer ist die Medigenomix GmbH, ein Unternehmen der Eurofins Scientific Gruppe. Durch den Vertrag sichert sich das süddeutsche Unternehmen die exklusive Nutzung der in Essen entdeckten und zum Patent angemeldeten Genveränderungen (Single-Nucleotide Polymorphisms, SNPs) im GNAS Gen. Mit Hilfe der Genvariationen lassen sich Erkrankungsrisiken, Krankheitsverläufe sowie das Ansprechen auf Krankheitstherapien vorhersagen.

„Durch ihre konstruktive Verhandlungsführung hat die PROvendis maßgebend dazu beigetragen, dass das Patent auf die Genvariation schnell zum Einsatz und zur Anwendung kommt“, so Dr. Engelbert Precht, Managing Director der Medigenomix GmbH.


Universell einsetzbar sind die Genpolymorphismen in G-Protein-Genen in der Pharmakogenetik (s.u.) als Gentests. Das hängt damit zusammen, dass sie eine zentrale Rolle bei der Signalübertragung in menschlichen Zellen spielen. Varianten im Ableseverhalten des Gens sowie in der Proteinstruktur (Eiweißstruktur) beeinflussen daher diverse Medikamentenwirkungen und viele Krankheitsverläufe.

Prof. Dr. Winfried Siffert, Institut für Pharmakologie am Universitätsklinikum Essen der Universität Duisburg-Essen, ist ein Experte auf dem Gebiet der Entdeckung und Absicherung von Polymorphismen in Genen (Genvariationen), die G-Proteine kodieren. In Zusammenarbeit mit dem Pharmakologen des Universitätklinikum Essen bietet Medigenomix diese Gentests der biopharmazeutischen Industrie für die bessere Erprobung von Wirkung und Nebenwirkung bei der Medikamentenentwicklung an.

Pharmakogenetik

Ziel der Pharmakogenetik ist es, auf der Basis von Variationen in relevanten Genen vorhersagen zu können, ob Patienten auf Medikamente ansprechen und ob bei ihnen Nebenwirkungen auftreten können. Auf diese Weise kann die Medikamentenentwicklung effizienter gestaltet und eine bessere Verträglichkeit durch gezieltere Anwendung der Präparate erreicht werden.

Medigenomix und Prof. Siffert beschäftigen sich speziell mit Genen, die G-Proteine kodieren. „Die G-Proteine nehmen eine Schlüsselrolle bei der Signalübertragung von der Zelloberfläche zu Komponenten im Zellkern ein“, so Siffert. Der Mediziner hat Muster von Genen und genetischen Polymorphismen identifiziert, die eine noch nie da gewesene Sicherheit bei der Vorhersage von Medikamentenwirkungen aber auch Erkrankungsrisiken und Krankheitsverläufen bieten. Begleitende Gentests wurden in klinischen Studien ausgewertet und sind Gegenstand erteilter sowie angemeldeter Patente.

Vielfältig anwendbar in der Pharmaindustrie

Medigenomix vermarktet diese neu ausgetesteten Methoden und bietet sie der biopharmazeutischen Industrie mit der wissenschaftlichen Beratung und Begleitung von Prof. Siffert an. Beispiele für die Anwendung:

  • Identifikation von Respondern/ Non-Respondern in klinischen Studien
  • Identifikation von Personen mit erhöhtem Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen
  • Rekrutierung geeigneter Probanden / Patienten für Arzneimittelstudien
  • Individualisierte Dosis-Findung
  • Neuauswertung „erfolgloser“ klinischer Studien und Neubewertung „gescheiterter“ Pharmaka unter pharmako-genetischen Gesichtspunkten

Weitere Informationen:

Dr. Engelbert Precht, Tel.: 089/ 899 892-16, E-Mail: precht@medigenomix.de

Katja Stiegel | PROvendis GmbH
Weitere Informationen:
http://www.medigenomix.de
http://www.provendis.info

Weitere Berichte zu: G-Proteine Gen Gentest Genvariation Medigenomix Patent Pharmakogenetik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
18.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Weiße Gespenster am Straßenrand - die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte
18.05.2018 | Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics