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EU aktiv im Kampf gegen Killerviren

30.06.2004


Am 28. Juni wurde in Lyon, Frankreich, ein neues EU-Projekt gestartet, das sich mit der zunehmenden Resistenz bestimmter Viren gegenüber Arzneimitteln beschäftigt.



Die zunehmende Arzneimittelresistenz einiger Viren deutet darauf hin, dass bestimmte Krankheiten in Zukunft immer schwieriger zu behandeln sein werden. Die Europäische Kommission stellt daher neun Millionen Euro für das Projekt "Vigilance against Viral Resistance" (VIRGIL) bereit, das vom französischen Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung INSERM koordiniert wird. An diesem Projekt beteiligen sich Experten aus 12 europäischen Ländern.



"Der massive Einsatz von Antibiotika, vor allem in Krankenhäusern, bewirkt Mutationen, die zu Antibiotikaresistenzen führen. Das gleiche passiert bei Viren, wenn Antivirenmittel übermäßig eingesetzt werden", erklärte EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. "VIRGIL ergänzt die 30 Millionen Euro, die die Gemeinschaft in den letzten beiden Jahren in die Erforschung von Resistenzen gegen antimikrobielle Arzneimittel investiert hat, um dieses zunehmende Problem in den Griff zu bekommen. Durch die Zusammenarbeit zwischen europäischen Einrichtungen der Hochschulforschung, der pharmazeutischen Industrie, Kliniken und den Gesundheitsbehörden wird das Netz dazu beitragen, Probleme im Zusammenhang mit Resistenzen gegen Arzneimittel zu überwinden, um so Leben retten zu können."

Zunächst konzentriert sich das Projekt auf die Arzneimittelresistenz bei Hepatitis B und C sowie Influenza, später soll es jedoch auf andere Viren ausgedehnt werden. Kern des Projekts sind sieben "Forschungs- und Technologieforen", die "bereits bestehende und zu erwartende Arzneimittelresistenzen überwachen", gab die Europäische Kommission an. Die interagierenden Foren, in deren Mittelpunkt die Patienten stehen, werden das Problem der viralen Resistenz gegen Antivirenmittel umfassend abdecken.

Zwei Foren befassen sich mit der Überwachung und Prüfung der Resistenzen gegen antivirale Arzneimittel bei Patienten, um die Bekämpfung der viralen Resistenzen auf globaler Ebene zu verbessern und zu standardisieren. Andere Foren versuchen, die Ursachen für die steigende Arzneimittelresistenz aufzuzeigen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den patientenbezogenen Faktoren liegt, die zu derartigen Resistenzen führen können. Zudem werden Probleme im Bereich der Arzneimittel, der Pharmakologie, Innovation und Technologie ergründet, um Wege zur Überwindung von Arzneimittelresistenzen zu finden.

Ein "gesellschaftswissenschaftliches" Forum befasst sich schließlich damit, welchen Nutzen das Projekt für die Lebensqualität der Patienten haben wird.

Die virale Hepatitis verursacht chronischen Lebererkrankungen wie Zirrhose und Leberkrebs. Wie aus Forschungsergebnissen hervorgeht sind heutzutage über 350 Millionen Menschen weltweit chronisch mit Hepatitis B infiziert. "Gegen Hepatitis C gibt es keinen Impfstoff und über 1% der Europäer tragen dieses Virus in sich. Der intensive klinische Einsatz der wenigen zur Verfügung stehenden Arzneimittel hat bei einigen Viren zu einer sich rasch entwickelnden Resistenz geführt, so dass diese Mittel nicht mehr wirksam sind", erklärte die Kommission.

Jährlich führen Epidemien neuer Grippestämme zu 500.000 Todesfällen weltweit. Darüber hinaus haben Wissenschaftler die Befürchtung, dass genetische Veränderungen des Influenza-Virus zu Pandemien mit Millionen von Todesfällen führen könnten. Wenn dieser Fall eintritt, wären wirksame Arzneimittel überlebenswichtig.

Das VIRGIL-Netz verfolgt daher die Zielsetzung, diese Herausforderungen zu bewältigen, und wird in enger Zusammenarbeit mit der Industrie dazu beitragen, "langfristig den Zugang zu Behandlungen und zur Heilung von Patienten zu gewährleisten. Damit wird die sozioökonomische Belastung der Virenresistenzen, die derzeit ein großes Gesundheitsproblem mit hohen Gesundheits- und Entwicklungskosten darstellt, in Grenzen gehalten", schloss die Kommission.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.virgil-net.org

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