Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer-Verbund Life Sciences: Forschung für Gesundheit und Umwelt

30.06.2004


Ziel der Datenbank ist herauszufinden, wie unterschiedliche Substanzen in gängigen Medikamenten und Chemikalien auf den Menschen wirken. © Fraunhofer


Molekular Farming mit Kulturen von Tabakpflanzen. © Fraunhofer.


Forschen für die Gesundheit und die Umwelt des Menschen ist das Ziel des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences. Dazu haben sich die Fraunhofer-Institute für Biomedizinische Technik IBMT, für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB, für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME und für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM zusammengeschlossen.


Der Verbund Life Sciences will Erkenntnisse aus der biologischen Grundlagenforschung umsetzen und für industrielle Anwendungen nutzen. Der Verbund konzentriert sich dabei auf vier Geschäftsfelder:

1. Prozessentwicklung für biologische und medizinische Anwendungen


Um Gen- und Biotechnologien für medizinische Anwendungen einsetzen zu können, müssen neuartige Prozesse entwickelt werden. Fraunhofer-Forscher wollen die Gewinnung von industriell nutzbaren Enzymen und rekombinanten Proteinen aus Mikroben, Zellen, Pflanzen und Tieren verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Molecular Farming - einem Expressionssystem für humane therapeutische Proteine und Antikörper in Pflanzen. Damit die Proteine nach den internationalen Richtlinien für die Medikamenten-Produktion hergestellt werden können, verfolgt der Verbund den koordinierten Aufbau von GMP (Good Manfacturing Practice)-Produktionseinheiten. Auch für die Herstellung von Knorpelzellen für den therapeutischen Einsatz ist eine GMP-Anlage in Betrieb.

Immer wichtiger wird auch das Handling und die Lagerung von Zellen. Hierfür entwickeln Fraunhofer-Forscher neue Verfahren. Ein Beispiel ist ein Biochip, mit dem einzelne Zellen schonend sortiert, charakterisiert und behandelt werden können. Außerdem arbeiten die Wissenschaftler an Kryotechnologien, um Zellen einfrieren und aufbewahren zu können, ohne dass sie ihre Vitalität verlieren.

2. Entwicklung und Prüfung von Pharmawirkstoffen

Mithilfe von Genom- und Proteomuntersuchungen fahnden Fraunhofer-Wissenschaftler nach neuen Targets - das sind Angriffspunkte für Medikamente - für Diagnostik und Therapie. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung von Medikamenten für Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Multiple Sklerose, Allergien, Tumor- und Autoimmunerkrankungen. Außerdem arbeiten die Forscher an der Entwicklung von Antikörpern, die zum Beispiel ganz spezifisch an Tumorzellen binden. An diese Antikörper sind Stoffe gekoppelt, die gezielt die Tumorzellen zertstören. So können die entarteten Zellen bekämpft werden, ohne gesunde Zellen zu schädigen.

Um möglichst frühzeitig in der Medikamenten-Entwicklung die therapeutische Wirksamkeit und die Toxizität von neuen Wirkstoffen einschätzen zu können, setzen die Forscher unter anderem auf die Gen- und Proteinexpressionsanalyse. "Unsere innovativen Technologieplattformen und unser ständig weiterentwickeltes Know-how garantieren umfassende Untersuchungen vom Molekül, über isolierte Zellen und Tiermodelle bis zu klinischen Studien", fasst Prof. Uwe Heinrich, der Vorsitzende des Verbunds, das Leistungsspektrum zusammen.

3. Biomaterialien und Tissue Engineering

Viele Patienten setzen große Hoffnungen auf Haut und Knorpel aus der Retorte. Tissue Engineering ist der Versuch, Gewebe des Körpers optimal zu rekonstruieren. Das künstliche Gewebe wird aus körpereigenen Zellen aufgebaut. Der Vorteil: Das Immunsystem erkennt diese Zellen nicht als fremd, der Körper stößt die Implantate seltener ab. Fraunhofer-Wissenschaftler entwickeln und stellen Zellsysteme (GMP) für die Organreparatur her. Außerdem wird an bioadaptiven Materialien aus Polymeren, Metall und Glas gearbeitet.

4. Umweltbiotechnologie, Umwelt- und Verbraucherschutz

Die Fraunhofer-Forscher haben langjährige Erfahrung in der Bewertung und Risikoabschätzung von Chemikalien, Bioziden und Pflanzenschutzmitteln. Sie untersuchen auch, ob zum Beispiel ultrafeine Stäube oder gasförmige Stoffe in der Atemluft am Arbeitsplatz oder in der Umwelt die Gesundheit schädigen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Geschäftfeld ist die Entwicklung neuer Verfahren zur Abfallvermeindung und Abwasser- und Abluftreinigung.

Ansprechpartner: Claus-Dieter Kroggel, Tel. 0511/5350-103, Fax -155, kroggel@item.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.lifesciences.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Antikörper Fraunhofer-Forscher Fraunhofer-Verbund Life Protein Science Verbund

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften