Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oktopusse haben einen Lieblingsarm

15.06.2004


Präferenz für Vorderglieder trotz gleicher Funktionalität



Zoologen haben entdeckt, dass Oktopusse einen Lieblingsarm haben. Zum ersten Mal wurde bei den Kopffüßern eine Vorliebe bei der Wahl der Extremität für eine bestimmte Tätigkeit nachgewiesen. Die Tiere benutzen das zuverlässige Anhängsel erster Wahl bei der Erkundung eines neuen Schlupfwinkels oder Verstecks, erklärte Ruth Byrne von der Universität Wien bei dem jährlichen Treffen der Gesellschaft für das Verhalten von Tieren in Oaxaca, Mexiko. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

... mehr zu:
»Oktopus »Oktopusse


Von der Funktionalität her sind alle Arme des Oktopus gleich geschaffen. "Alle acht Arme sind fähig, die gleichen Aufgaben auszuführen", sagte Byrne bei dem Treffen. "Es gibt kaum eine Spezialisierung." Deshalb haben Experten bislang angenommen, die Tiere würden jeweils den bequemsten Arm benutzen. Ihre bevorzugte Jagdstrategie ist, dass sie auf einen Felsen springen und alle ihre Arme darunter schlingen, wobei sie alles erfassen, was sie finden.

Doch als die Forscher ungewohnte Objekte im Wasserbecken platzierten, oder die Tiere mit anders geformten Höhlen konfrontierten, tendierte jeder Oktopus dazu, seinen Lieblingsarm bei seiner Untersuchung zu verwenden. Die Seepolypen tendierten dazu, beliebige Kombinationen von einem, zwei, oder drei Armen bei der Erkundung der Objekte einzusetzen, und zwar in einer bestimmten Reihenfolge. In einer Studie mit acht Oktopussen, haben die Forscher nur 49 verschiedene Kombinationen von einer, zwei oder drei Extremitäten beobachtet, obwohl 448 möglich wären.

Der Lieblingsarm ist meistens auf der Vorderseite des Tiers, fand das Forscherteam heraus. Die hinteren Glieder vom Oktopus tragen oft die Bürde der Fortbewegung, in analoger Weise zu Beinen. Aber wozu diese Vorliebe, wenn doch alle Glieder gleich geschickt sind? Die Antwort darauf könnte sein, spekuliert Byrne, dass die meisten Oktopusse ein bevorzugtes Auge haben, das ihrem Lieblinsarm Tätigkeiten diktiert.

Beobachtungen von Oktopussen in einem Wasserbecken haben gezeigt, dass die Tiere generell nur mit einem Auge in die Welt starren. 92 Prozent haben eine Vorliebe für eines ihrer beiden Augen. "Es liegt eine starke laterale Vorliebe vor", sagte Byrne. Sie glaubt, dass diese Vorliebe auf ein Vorderglied übertragen wird, das dem Lieblingsauge am nächsten ist, was die "Händigkeit " der Kreaturen zur Folge hat. Im Gegensatz zu Menschen, die zur Rechtshändigkeit neigen, ist diese Händigkeit 50 zu 50 aufgeteilt.

Marietta Gross | pressetext.austria

Weitere Berichte zu: Oktopus Oktopusse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise