Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Klonen bis zur Stammzellenforschung: Orientierungshilfen für Bioethik-Debatte

08.06.2001

Mit einer aktuellen Broschüre und einer "virtuellen Informationsbörse" zum Thema Klonen will die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (TA-Akademie) einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Bioethik leisten. "Schlagworte wie Präimplantationsdiagnostik (PID) oder embryonale Stammzellenforschung beherrschen die Schlagzeilen, ohne dass viele Bürger genau wissen, worum der Streit eigentlich geht", sagt Klaus-Dietrich Wachlin, Direktor Diskurs an der TA-Akademie. Dem soll die neue 80seitige Broschüre der TA-Akademie aus der neuen Reihe "Zeitfragen" abhelfen. Die Autoren Ingo Hillebrand und Dirk Lanzerath vom Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) in Bonn haben darin alle derzeit verfügbaren und für machbar gehaltenen Anwendungsmöglichkeiten des Klonens kurz und allgemeinverständlich zusammengefasst. "Das Besondere daran ist, dass die Autoren die zentralen Argumente der Debatte übersichtlich in Pro- und Contra-Positionen gliedern", so Wachlin. Zusätzlich wird über den derzeitigen Stand gesetzlicher Regelungen und Stellungnahmen in Großbritannien, Frankreich, Dänemark und den USA informiert. Zu finden ist die Broschüre, ergänzt um eine virtuelle Informationsbörse im Internet (www.ta-akademie.de).

Dort finden sich nicht nur aktuelle Links zur bioethischen Debatte, zur Literatur und zu wichtigen Stellungnahmen, sondern auch alle wichtigen Ergebnisse aus Projekten der TA-Akademie seit ihrer Gründung 1992, etwa die Umfrage zur Anwendung der Gentechnik in der europäischen Öffentlichkeit (Eurobarometer).

Ortwin Renn: Breiter Diskurs statt Nationalem Ethikrat

Dem Eurobarometer zufolge, für das im November 1999 über 16.000 Personen europaweit befragt wurden, entspricht die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zum Klonen menschlicher Zellen in etwa dem europäischen Durchschnitt. Am größten ist die Unterstützung in den Niederlanden, wo rund zwei Drittel der Bevölkerung das Klonen von menschlichen Zellen für ethisch akzeptabel halten. In Deutschland halten sich danach Befürworter und Gegner in etwa die Waage. Am niedrigsten ist die Zustimmung zum Klonen in Irland, wo nur ein Viertel der Bevölkerung diese Anwendung der Gentechnik unterstützt. Dabei zeigt sich auch, dass den beteiligten Akteuren in der Gentechnikdebatte ein unterschiedliches Maß an Vertrauen entgegengebracht wird. Während Verbraucherverbände und Ärzte als glaubwürdig gelten, genießen politische Institutionen, Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch den Kirchen nur geringes Vertrauen. "Um so wichtiger ist es, dass der Bioethik-Diskurs nicht nur in Fachgremien wie dem Nationalen Ethikrat stattfindet, sondern auf eine breite Basis gestellt wird", fordert deshalb Prof. Ortwin Renn, Vorstandssprecher der TA-Akademie.

Ansprechpartner:


Dr. Birgit Spaeth,
Tel. 0711/9063-226

... mehr zu:
»Klone »Stammzellenforschung

E-Mail: Birgit.spaeth@ta-akademie.de
Markus Geckeler, Tel: 0711/9063-222
E-Mail: markus.geckeler@ta-akademie.de

Ingo Hillebrand, Dirk Lanzerath: Klonen. Stand der Forschung, ethische Diskussion, rechtliche Aspekte. Zeitfragen, Nr.1, Juni 2001. Zu beziehen unter Fax-Nr. 0711/9063-299 bzw. per im Internet unter http://www.ta-akademie.de/

Dr. Birgit Spaeth | idw
Weitere Informationen:
http://www.ta-akademie.de/

Weitere Berichte zu: Klone Stammzellenforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen
21.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten