Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Australische Wissenschaftler erforschen Überlebensstrategien von Korallen

09.06.2004


Meeresforscher in North Queensland haben einen Mechanismus der Kohabitation mehrerer Partner bei Korallen entdeckt, der diesen hilft, besser mit dem Wandel ihrer Lebensräume umzugehen. Die Untersuchung, die von der Genetikerin Dr. Madeleine van Oppen vom Australian Institute of Marine Science, sowie der Korallen-Biologin Prof. Bette Willis und der Studentin Angela Little von der James Cook University in Townsville durchgeführt wurde, bringt neue Hoffnung für Korallen in einer Zeit des weltweiten Rückgangs von Korallenriffen. Die Ergebnisse wurden kürzlich von der American Association for the Advancement of Science im Magazin "Science" veröffentlicht.



Die Studie zeigt, wie die Algen, die in den Korallen leben (Zooxanthellae) die Wachstumsraten der Korallen beeinflussen. Außerdem wurde deutlich, dass Korallen bei der Auswahl der Algen, die sie bei sich aufnehmen, nicht wählerisch sind und schon früh in ihrem Leben mit einer Reihe von Algenpartnern zusammenleben. Der dominante Algengefährte kann im Laufe des Lebens wechseln, durch Anpassung an veränderte physiologische Bedürfnisse des Wirts oder äußere Umweltbedingungen. Dies zeigt die Möglichkeiten der Korallen, mit einer sich wandelnden Umwelt umzugehen.



Wissenschaftler befürchten, dass der Bestand der farbenprächtigen Korallen, aus denen das Great Barrier Reef besteht, bis 2005 wegen des wärmer werdenden Meerwassers deutlich zurückgehen wird. Ihrer Meinung nach ist das Korallenbleichen eine der größten Bedrohungen der kommenden Jahrzehnte für Korallenriffe weltweit. Bisher ist jedoch wenig über die Fähigkeit der Korallen bekannt, sich an Veränderungen anzupassen oder zu akklimatisieren. Durch die neue Studie kommen die Wissenschaftler dem Verständnis, wie sich das Verhältnis zwischen Zooxanthellae Algen und Korallen auf die Widerstandsfähigkeit der Korallen auswirkt, einen ersten Schritt näher.

Die Forscher züchteten Larven der Korallenspezies Acropora tenuis, siedelten sie auf Fliesen an und befestigten diese an dem Riff in Nelly Bay (Magnetic Island), von dem sie stammten. "Von da an beobachteten wir, dass die anfängliche Aufnahme von Zooxanthellae nicht selektiv war, allerdings begann ein Stamm mit der Zeit zu dominieren. Unerwarteter Weise war dies jedoch ein anderer Stamm, als der dominierende bei den älteren Kolonien der Spezies vor Magnetic Island", erläutert Dr. van Oppen. Sie und ihre Kolleginnen gehen davon aus "dass Algensymbionten in Anpassung an die physiologischen Bedürfnisse des Wirts oder an Veränderungen der Umwelt umstrukturiert werden können." Diese Neuordnung der Symbionten stellt einen Mechanismus zur schnellen Akklimatisierung der Korallen an wechselnde Umweltbedingungen dar.

Laut Prof. Willis zeigte ein zweites Experiment, dass der aufgenommene Algen-Stamm die Wachstumsraten junger Korallen bestimmt. Das bestärkt die Vermutung, dass eine Neuordnung der Symbionten auch ein Mechanismus von Korallen-Kolonien ist, ihre physiologischen Reaktionen schnell zu verändern. "Während einige Charakteristika der Korallen, die ihnen helfen, mit Umweltbedingungen fertig zu werden (wie z. B. die Hitzeverträglichkeit), sich verbessern, wenn die Zooxanthellae-Partner ausgetauscht werden, kann das auf Kosten der Maximierung anderer Eigenschaften, wie beispielsweise Wachstum oder Fortpflanzung gehen", sagt Prof. Willis.

Weitere Informationen in englischer Sprache:

Dr Madeleine van Oppen, AIMS Geneticist
Email: m.vanoppen@aims.gov.au
Tel.: 0061-7-4753-4370

Assoc Prof Bette Willis, JCU Coral Biologist
Email: bette.willis@jcu.edu.au
Tel.: 0061-408-156-500

Sabine Ranke-Heinemann | idw

Weitere Berichte zu: Alge Umweltbedingung Zooxanthellae

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab
17.01.2017 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau