Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher erhalten freien Zugang zu Basispatenten der Industrie auf dem Gebiet der Molekularbiologie

02.06.2004


Ascenion vermittelt Lizenzverträge mit Cellectis und DuPont



Die Ascenion GmbH hat für die Forschungseinrichtungen DKFZ, GBF, GSF und MDC erstmals eine klare rechtliche Grundlage für die Nutzung von Schlüsseltechnologien geschaffen, für die Cellectis SA und DuPont bzw. Bristol-Myers Squibb jeweils dominante Patentpositionen besitzen. Dabei geht es zum einen um die homologe Rekombination (Cellectis) und zum anderen um das cre / lox System (DuPont bzw. Bristol-Myers Squibb). Beide Methoden zählen zu den grundlegenden Techniken der Molekularbiologie und werden breit eingesetzt, um die Funktion und Regulation einzelner Gene zu erforschen. Ein wesentliches Anwendungsfeld sind die so genannten Knock-out Mäuse, die sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Medikamentenentwicklung unverzichtbar sind.

... mehr zu:
»Cellectis »Gen »Molekularbiologie »Squibb


Grundsätzlich erfordert die Nutzung patentgeschützter Methoden sowohl für Forschungszwecke als auch für kommerzielle Anwendungen eine Lizenz des Patentinhabers. Mit den jetzt unterzeichneten Lizenzverträgen erhalten die beteiligten Forschungseinrichtungen das Recht, beide Methoden für Forschungszwecke frei zu nutzen. Mit Cellectis wurden außerdem bereits Konditionen vereinbart, die dem Unternehmen im Falle einer Kommerzialisierung von Forschungsresultaten eine faire Beteiligung zusichern.

"Wir bewegen uns hier in einem brisanten Spannungsfeld", kommentiert Dr. Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion. "Einzelne Unternehmen verfügen über dominante Patentpositionen für Technologien, die in der Forschung praktisch unumgänglich sind. Dabei wächst der Druck auf die Unternehmen, kurzfristig mit Hilfe ihrer Patente Erlöse zu erwirtschaften." Vor diesem Hintergrund habe die jetzt erzielte Lizenzvereinbarungen Modellcharakter, so Prof. Balling, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF. "Ascenion hat langfristig Rechtssicherheit und einen fairen Interessensausgleich zwischen Forschung und Industrie geschaffen, der die Freiheit der Forschung sichert."

Die Lizenzvereinbarungen haben auch direkt Einfluss auf den Forschungsalltag. So musste zuvor z.B. für die Weitergabe von cre / lox Materialien für jeden Einzelfall eine Material-Transfervereinbarung unterzeichnet werden, die DuPont Rechte und Zugang zu allen resultierenden Forschungsergebnissen einräumte. "Wir werden jetzt freier und effizienter forschen und ohne rechtliche Hürden mit anderen Forschungseinrichtungen kooperieren können", so Balling.

Weitere Informationen

Homologe Rekombination
Die homologe Rekombination bezeichnet den Austausch eines DNA-Abschnitts durch eine ähnliche Sequenz mit identischen Enden. So kann ein bestimmtes Gen durch eine mutierter Genvariante ersetzt werden oder umgekehrt. Cellectis SA, ein Spin-off des Institut Pasteur, besitzt eine dominante Patentposition auf diesem Gebiet.

cre / lox
Das cre / lox System ermöglicht ein gezieltes Einfügen und Aktivieren von Genen an definierten Schnittstellen im Genom. So können Mutationen z.B. gewebespezifisch eingefügt werden (konditionale In-/Aktivierung von Genen). DuPont bzw. Bristol-Myers Squibb besitzen wesentliche Patente auf diesem Gebiet.

DKFZ: Deutsches Krebsforschungszentrum
GBF: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH
GSF: Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
MDC: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Ascenion GmbH
Ascenion ist die erste und bisher einzige Patent-Management-Agentur, die sich klar auf das Gebiet Life-Sciences fokussiert. Ascenion berät und unterstützt Wissenschaftler und Institute beim Schutz und der Verwertung geistigen Eigentums (Patente, Schutzrechte) und übernimmt die Anbahnung und Vermittlung von Lizenzverträgen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie. Ein besonderer Schwerpunkt von Ascenion ist das Coaching von Unternehmensgründern und das aktive Beteiligungsmanagement. Seit der Gründung im Jahr 2001 hat Ascenion bereits mehr als 60 Verträge vermittelt und hält z.Zt. acht Beteiligungen an Life-Science-Unternehmen.

Ascenion ist eine 100%ige Tochter der Life-Science Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung und exklusiver Vermarktungspartner der GBF, der GSF, des MDC und des DKZF*. Hauptsitz von Ascenion ist München, weitere Geschäftsstellen sind in Berlin, Braunschweig und Neuherberg.

* (für DKFZ nur bezüglich der Forschungsergebnisse aus dem NGFN)

Kontakt:

Ascenion GmbH
Herzogstraße 8, 80803 München
Dr. Christian Stein
Tel 089.318814-0, Fax -20
info@ascenion.de

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.cellectis.com
http://www.ascenion.de

Weitere Berichte zu: Cellectis Gen Molekularbiologie Squibb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen