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Deutscher Biotechnologie-Report 2004 vorgestellt

12.05.2004


Investoren fassen wieder mehr Vertrauen in die Biotechnologie-Branche. Dies geht aus dem "5. Deutschen Biotechnologie-Report 2004" hervor, den Ernst & Young am Mittwoch im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin vorstellte.



Bulmahn: "Deutschland wird seine Spitzenposition in der Biotechnologie behaupten"



Investoren fassen wieder mehr Vertrauen in die Biotechnologie-Branche. Dies geht aus dem "5. Deutschen Biotechnologie-Report 2004" hervor, den Ernst & Young am Mittwoch im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin vorstellte. Das Volumen der Wagnis-Kapitalfinanzierung sei trotz Konsolidierungsphase größer als im Vorjahr, heißt es in der Studie. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn begrüßte die steigende Investitionsbereitschaft: "Wir brauchen Menschen, die den Mut haben, Neues in die Welt zu setzen", sagte die Ministerin bei der Vorstellung des Berichts. "Zu einer starken Biotechnologie-Branche gibt es keine Alternative."

Bulmahn betonte, dass die Bundesregierung ihren eingeschlagenen Weg weitergehen werde. Deutschland werde seine Spitzenposition in der Biotechnologie behaupten und weiterhin in der Forschung weltweit ganz vorn mitspielen. Mit 350 Unternehmen hätte Deutschland auch im vergangenen Jahr die meisten Biotech-Firmen in Europa gehabt. "Die Biotechnologie gehört zu den wichtigsten Innovationsfeldern der Zukunft." Mit dem High-Tech-Masterplan und dem im vergangenen Herbst aufgelegten 100-Millionen-Euro-Programm wären die Investitions-Bedingungen für junge Technik-Unternehmen spürbar verbessert worden, sagte die Ministerin. Für die Biowissenschaften stellt die Bundesregierung jährlich mehr als 700 Millionen Euro zur Verfügung.

Gleichzeitig bescheinigte die Studie der im internationalen Vergleich noch jungen Biotechnologie-Branche in Deutschland zunehmende Reife. Erstmals ist es im vergangenen Jahr einem deutschen Unternehmen gelungen, für ein biotechnologisches Medikament eine Zulassung zu bekommen. Das Krebsmittel ist seit vergangene Woche in den Apotheken erhältlich. Über 200 weitere medizinische Wirkstoffe durchlaufen mittlerweile die Entwicklungspipeline - das sind laut Ernst & Young noch einmal 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Bulmahn wies darauf hin, dass die Biotechnologie in der Medizin und Pharmazie nicht mehr wegzudenken sei. Bereits jetzt wäre der weltweite Umsatz 30 Milliarden US-Dollar. Nach den Prognosen der Studie werde sich dies bis zum Jahr 2010 verdoppeln.

Das Jahr 2003 habe gezeigt, dass die jungen Biotechnologie-Unternehmen bereit und fähig seien, sich dem Markt anzupassen, sagte Bulmahn. "Die Biotechnologie-Branche wird aus dieser Konsolidierungsphase gestärkt hervorgehen, davon bin ich überzeugt." Denn allen Skeptikern zum Trotz hätten sich die deutschen Biotech-Firmen kraftvoll behauptet. "Alle Prognosen, die davon ausgingen, dass die Hälfte der Unternehmen das Jahr 2003 nicht überstehen würden, können wir heute klar widerlegen", so die Ministerin. Der Abgang läge nicht bei 50 Prozent, sondern bei weniger als zehn Prozent. Hinzu kamen 23 Neugründungen, wodurch sich die Anzahl der Unternehmen nur um insgesamt drei Prozent reduzierte.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/1149.php

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