Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Team von Wissenschaftlern erzielt Durchbruch bei Erforschung des Alterungsprozesses

03.05.2004


Wissenschaftler von der Krebsforschungseinrichtung Cancer Research UK und der Breast Cancer Campaign (Brustkrebskampagne) haben eines der Geheimnisse des Alterungsprozesses aufgedeckt, das zu neuen Behandlungsmethoden von Krebs führen könnte.



Die Wissenschaftler legten ihre Ergebnisse im Fachblatt Cell dar und beschrieben die Existenz eines bisher unbekannten Moleküls, RAD 51D, das Zellen daran hindert, abzusterben, wenn sie eigentlich sollten.



Während gesunde Zellen einen eingebauten Zeitmesser haben, der dafür sorgt, dass sie sich eine bestimmte Anzahl von Malen teilen bevor sie absterben, verfügen Krebszellen andererseits über die Fähigkeit, ihren Zeitmesser anzuhalten und dadurch unbegrenzt lebensfähig zu werden.

Dr. Madalena Tarsounas, die das Forschungsprojekt leitete, erklärt: "Krebs hat die erstaunliche Fähigkeit, die Fesseln des Alterns und des Todes abzuschütteln, was einer der Gründe ist, warum man ihn so schlecht behandeln kann.[...] Zu Verstehen, wie die Krebszellen es schaffen jung zu bleiben, ist seit mehr als zehn Jahren der Schwerpunkt unserer Forschung gewesen, was diese bemerkenswerte Entdeckung für uns besonders aufregend macht. Wir haben den Beweis für einen völlig neuen Mechanismus, der die Uhr des Zeitmessers einer Krebszelle anhält und verhindert, dass die Lebenszeit der Zelle abläuft. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Uhr neu zu starten und die Krebszellen wieder empfänglich für den Tod zu machen."

Das Team von Wissenschaftlern untersuchte mithilfe einer Technik namens Immunfloureszenz, die die Tätigkeiten verschiedener Moleküle in Krebszellen beobachtet, inwiefern die Krebszellen den natürlichen Alterungsprozess umgingen.

Ein bestimmtes Molekül, RAD 51D, trat immer wieder auf und legte die Vermutung nahe, dass es mit dem Alterungsprozess zu tun hatte. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler feststellen, dass ein bedeutsamer genetischer Schaden entstand, der den Alterungsprozess beschleunigte, wenn sie das Molekül blockierten.

"Medikamente zur Blockierung der Tätigkeit des RAD51D könnten sich als wirksam bei vielen verschiedenen Tumorarten erweisen, indem sie die Krebszellen ihrer Unsterblichkeit berauben", heißt es in einer Erklärung der Cancer Research UK.

Dr. Tarsounas vermutet, dass die neuen Ergebnisse den Weg für die Behandlung von bis zu zehn Prozent der Tumoren ebnen könnten und fügte hinzu: "Unsere Studie hat nicht nur neue Möglichkeiten der Krebsbehandlung eröffnet, sondern auch ein Licht auf die komplexen aber faszinierenden Prozesse geworfen, welche die Art und Weise und den Zeitpunkt unseres Alterns steuern."

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21966&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Alterungsprozess Krebszelle Molekül Zeitmesser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE