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E. coli transportiert Enzym direkt in die Krebszellen

22.04.2004


Gentechnisch veränderte Bakterien zur Behandlung von Krebs



Wissenschaftler von Cancer Research UK gehen davon aus, dass eine gentechnisch veränderte Form von E.coli erfolgreich zur Bekämpfung von Krebszellen eingesetzt werden kann. Das Team nutzte eine neutralisierte Version der Bakterien für die Einschleusung eines krebszerstörenden Enzyms direkt in die Zellen. Damit können die bisher undurchdringlichen Grenzschichten der Zellen überwunden werden. Tests ergaben, dass über 90 Prozent der Krebszellen zerstört wurden. Die Bakterien transportierten das Enzym Purine Nucleoside Phosphorylase. Dieses Enzym funktioniert in Zusammenwirkung mit dem Krebsmedikament 6-MPDR. Das Medikament wird erst im Inneren der Zellen aktiviert. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Gene Therapy veröffentlicht.

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Tests mit Mäusen ergaben, dass die Kombination von Bakterien und Medikament das Tumorwachstum verlangsamt und eine große Anzahl von Krebszellen zerstört. Die Wissenschaftler setzten eine Bakterienversion ein, die nicht mehr wächst, sich teilen oder eine Krankheit verursachen kann. Sie ergänzten die Bakterien mit dem Gen Invasin, dass E.coli ermöglicht, die äußeren Zellschichten zu durchdringen. Zusätzlich wurde mit Listeriolysin O ein zweites Gen hinzugefügt, das die Bakterien anweist, ihre Fracht erst im Inneren der Zelle freizusetzen.

Der leitende Wissenschaftler Georges Vassaux erklärte, dass es sehr schwer sei, bestimmte Formen therapeutischer Moleküle ins Innere von Krebszellen zu transportieren. Aus diesem Grund habe man sich für den Einsatz lebender Organismen entschieden. Vassaux geht davon aus, dass dieser Behandlungsansatz Krebszellen auch auf eine andere Art und Weisen angreifen kann. "Das Verabreichen einer neutralisierten Version der Bakterien könnte im Körper ebenfalls eine Immunreaktion auslösen und so bei der Turmorbekämpfung sinnvoll sein." E.coli kommt natürlich im menschlichen Darm vor. Lediglich einige Stämme der Bakterien sind gefährlich.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cancerresearchuk.or
http://www.nature.com/gt

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