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Kampf gegen Mikroorganismen in Weltraumstationen

13.04.2004


Bremer Forscher entwickeln Stoffanalyse für verwendete Werkstoffe



Wissenschaftler der Universität Bremen suchen nach Auswegen gegen die Besiedelung von Mikroorganismen in Weltraumstationen. Den Forschern ist es nun gelungen Werkstoffe so vorzubehandeln, damit diese nicht von Mikroorganismen besiedelt werden können.



Die Mikroorganismen in Weltraumstationen wie etwa der ISS entstehen durch die Ausdünstungen der Astronauten. Dieser kaum wahrnehmbare Vorgang trägt dazu bei, dass Materialien der Raumstationen besiedelt und sogar zerstört werden. Für zukünftige große Weltraum-Missionen könnten aber dadurch große Risiken entstehen. Wissenschaftler vom Institut für Bodenkunde der Universität Bremen und von der Amtlichen Materialprüfungsanstalt (MPA) Bremen haben daher mit einem neuen methodischen Verfahren Wege aufgezeigt, die Kontaminationen aufzuspüren und einzuschränken.

Die Forscher Rolf Tippkötter und Thilo Eickhorst haben gemeinsam mit ihren Kollegen Jan Küver und Andreas Rabenstein von der Abteilung Mikrobiologie von der Amtlichen Materialprüfungsanstalt Bremen die FISH-Technik (Fluoreszenz in situ Hybridisierung) auf Materialoberflächen übertragen, um eine Besiedlung durch Mikroorganismen nachzuweisen. Durch Gensonden, die mit Fluorochromen markiert sind, lassen sich unter dem Fluoreszenzmikroskop die Mikroorganismen und ihre Verteilung auf den Werkstoffen erkennen und visuell darstellen. Das Besondere an der Technik ist, dass die wissenschaftliche Analyse direkt an den Werkstoffen, die in der Raumfahrt verwendet werden, stattfindet. Damit entsprechen die Laborversuche der realen Situation in der Raumstation ISS.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Art des Materials und seine Vorbehandlung entscheidenden Einfluss auf die mikrobielle Besiedlung hat. Mit ihrem Analyse-Verfahren sind die Wissenschaftler in der Lage, eine materialbezogene Risikoabschätzung über mögliche Kontaminationen und Materialzerstörungen in der Raumfahrt zu machen. Gleichzeitig können mit diesem Verfahren neue Beschichtungen getestet werden, die eine mikrobielle Besiedlung verhindern sollen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.mpa-bremen.de

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