Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien aus heißen Quellen: Göttinger Forscher entziffern Genomsequenz

05.04.2004


Thermus thermophilus ist an hohe Temperaturen angepasst - Biotechnologische Anwendungen



Genomforscher der Universiät Göttingen haben das Erbgut von Bakterien entschlüsselt, die an sehr hohe Temperaturen angepasst und damit für wissenschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen von großer Bedeutung sind. In dreijähriger Forschungsarbeit gelang es dem Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Joachim Fritz und Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, die Genomsequenz des aus heißen Quellen in Japan isolierten Bakteriums Thermus thermophilus zu entziffern, das bei 60 bis 85 Grad Celsius wächst. "Bakterien der Thermus-Arten enthalten Proteine, die offenbar bei Hitze sehr gut arbeiten und damit besonders stabil sind. Sie sind daher für den Einsatz in der Biotechnologie von hoher Bedeutung", so Prof. Gottschalk. Aus den vorliegenden genetischen Informationen des Thermus thermophilus können nun weltweit Forscher bestimmte Gene herausfiltern und die darauf basierenden Proteine auf ihre Eigenschaften, insbesondere auf ihre Stabilität hin prüfen. Über die Arbeit der Göttinger Wissenschaftler berichtete "Nature Biotechnology" in seiner Online-Veröffentlichung am Sonntag (4. April 2004).



Nach Angaben von Prof. Gottschalk sind mehrere Proteine aus Thermus-Arten wegen ihrer besonderen Stabilität in der Vergangenheit bereits isoliert und analysiert worden, jedoch mit aufwendigen und kostspieligen Verfahren. "Mit der Entschlüsselung der Genomsequenz haben wir jetzt das Innere des Bakteriums quasi wie ein Buch aufgeschlagen, aus dem die gewünschten Gene wie aus einem Buchkapitel leicht herauskopiert und in Proteine übersetzt werden können. Die Wissenschaft wird sich der Erbgutinformationen vor allem bedienen, um hitzestabile Proteine für die Waschmittelindustrie, für die Stärke- und Lebensmittelindustrie, aber auch für die Forschung zu gewinnen", so der Göttinger Mikrobiologe. Wie der Wissenschaftler weiter erläutert, ist der Thermus thermophilus außerdem transformationskompetent: er ist in der Lage, Fremd-DNA aus seiner Umgebung aufzunehmen. "Genomsequenz, Wachstum bei hohen Temperaturen und die Fähigkeit zur DNA-Aufnahme machen dieses Bakterium zu einem attraktiven Modellorganismus für die Erforschung und Herstellung von Proteinen."

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Gerhard Gottschalk
Prof. Dr. Hans-Joachim Fritz
Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät
Institut für Mikrobiologie und Genetik
Grisebachstraße 8, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-4041, Fax (0551) 39-4195
e-mail: ggottsc@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/~ggottsc/

Weitere Berichte zu: Bakterium Genomsequenz Göttinger Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen
23.05.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Mikro-Lieferservice für Dünger
23.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie