Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Affen-Virus und Krebserkrankungen bei Menschen hängen zusammen

31.03.2004


SV40 in Tumoren nachgewiesen



Die Hinweise auf eine Verbindung zwischen einem Affen-Virus und einigen Krebsarten beim Menschen verdichten sich. DNA des Virus SV40 (Simian Virus 40) konnte in 33 von 55 Tumoren von Patienten nachgewiesen werden, bei denen kürzlich ein non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde. Laut Felipe Samaniego vom MD Anderson Cancer Center wurde eine starke Verbindung gefunden. Jetzt stellt sich laut NewScientist die Frage, ob die Virus-DNA eine unbeteiligte Anwesende ist oder ob sie eine Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt. Die Forschungsergebnisse wurden auf dem Jahrestreffen der American Association for Cancer Research präsentiert.



Die DNA des Virus konnte nicht nur bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer nachgewiesen werden. Zusätzlich war in vielen Fällen ein Gen aktiviert, das ein Protein kodiert, das bei jenen Krebserkrankungen eine Rolle spielte, die das Virus bei Nagetieren auslöst. Das ist laut dem SV40-Experten Regis Vilchez vom Baylor College of Medicine du ein verräterischer Hinweis auf durch ein Virus verursachte Krebserkrankungen. Seine letzten Forschungen haben gezeigt, dass 23 Prozent von 115 Patienten mit Lymphomen das Virus in sich trugen. Bei keinem Teilnehmer der gesunden Kontrollgruppe konnte SV40 nachgewiesen werden. Vilchez geht jedoch davon aus, dass für die Herstellung eines ursächlichen Zusammenhanges noch mehr Beweise gefunden werden müssen.

Nicht jeder mit SV40 Infizierte erkrankt an einem Lymphom. Samaniego geht daher davon aus, dass der Körper die Infektion so lange kontrolliert, bis ein transformierendes Ereignis wie eine andere Erkrankung eintritt. Dann könne sich das Virus reaktivieren und in der Folge Krebs verursachen. Ein Protein des Virus, das so genannte T-ag (large tumor antigen), könnte diesen Vorgang durch das Abschalten der tumorunterdrückenden Proteine p53 und pRb vervollständigen. Gibt es eine Verbindung zu Krebserkrankungen beim Menschen, könnte eine Zerstörung des Virus zur Verhinderung oder Behandlung von non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt werden.

Es wird angenommen, dass das Virus durch verunreinigte Polioimpfstoffe in den späten fünfziger oder frühen sechziger Jahren auf den Menschen übertragen wurde. Diese Impfstoffe wurden aus den Nierenzellen von infizierten Rhesusaffen gewonnen. Weltweit dürften rund 100 Mio. Menschen diese Impfstoffe erhalten haben. Bis jetzt wurde SV40 bei Menschen aus Amerika, Südeuropa, Costa Rica und Japan nachgewiesen. Infizierte Menschen können das Virus mit ihrem Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen. Im vergleichbaren Zeitraum hat sich das Aufkommen von non-Hodgkin-Lymphomen ohne derzeit gültige Erklärung nahezu verdoppelt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mdanderson.org
http://www.aacr.org
http://www.bcm.tmc.e

Weitere Berichte zu: Affen-Virus Krebserkrankung Protein SV40 Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit grüner Chemie gegen Malaria
21.02.2018 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Vom künstlichen Hüftgelenk bis zum Fahrradsattel
21.02.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics