Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltgefahr Nanopartikel: Buckyballs zerstören Gehirne von Fischen

30.03.2004


Forscher warnen vor Nanopartikeln als Umweltgefahr


Nanopartikel könnten für die Umwelt eine ernst zunehmende Gefahr darstellen. Zu diesem Schluss kommt die US-Forscherin Eva Oberdörster von der Southern Methodist University in Dallas. Sie konnte nachweisen, dass Buckyballs, das sind synthetische Kohlenstoff-Nanostrukturen, zumindest bei zwei Lebewesen nachhaltige Auswirkungen auf deren Gesundheit hatten: Wasserflöhe sind bei der Berührung mit den kleinen Kohlenstoffpartikel gestorben, bei Fischen kam es zu Gehirnstörungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Buckyballs, die eigentlich Fullerene heißen, sind neben Graphit und Diamant die dritte Modifikation des Kohlenstoffes. Sie wurden erst 1985 entdeckt und zeichnen sich durch eine Vielzahl interessanter physikalischer Eigenschaften aus. Nur etwa eine Handvoll Fabriken auf der Erde sind heute in der Lage diese Fullerene zu erzeugen. Experten gehen aber davon aus, dass diese chemischen Strukturen ein großes Potenzial in der Zukunft haben, da sie als Quasi-Transporter für Chemikalien in kosmetischen Artikeln bis hin zum Hochtemperatur-Supraleiter verwendet werden können. Benannt sind die Fullerene beziehungsweise die Buckyballs nach dem amerikanischen Architekten, Erfinder und Philosoph Richard Buckminster Fuller (1895-1983), der durch seine visionären Bauten wie dem aus Fünf- und Sechsecken bestehenden geodesischen Dom, dem US-Beitrag zur Expo 1967 in Montreal, berühmt geworden war.


Die Umwelttoxikologin Oberdörster hat mit ihrem Forschungsteam zwei Standarduntersuchungen durchgeführt, um die Wirkung der Buckyballs auf Lebewesen zu untersuchen. In einer Konzentration von 800 Teilen pro Milliarde (ppb) waren die Fullerene im Stande nach drei Wochen die Hälfte der Wasserflöhe zu vernichten. "Das bezeichnen Forscher als moderat giftige Substanzen", so die Wissenschaftlerin beim Jahrestreffen der American Chemical Society in Anaheim, Kalifornien. In dem zweiten Test wurden Fische in einem Becken mit 500 ppb ausgesetzt. Die Buckyballs hatten bei den Fischen zur Hirnkrankheit Lipid-Peroxidation, einem Zustand, der der Alzheimer Erkrankung ähnlich ist, geführt.

Die Untersuchungen von Oberdörster sind übrigens nicht die ersten, die den Nanostrukturen eine gewisse Gefährlichkeit zuschreiben. 2003 konnten Forscher feststellen, dass Nanostrukturen Lungenfunktionsstörungen bei Mäusen auslösen, wenn sie eingeatmet werden. Unbekannt bleibt allerdings, welche Risiken solche Strukturen in sich bergen, wenn sie etwa durch Abwässer in die Umwelt gelangen. Dazu fehlen bisher Untersuchungen, da solche Kleinstteilchen bisher doch recht selten verwendet werden. "Wenn Fullerene aber in großen Mengen verwendet werden, sollten sich die Experten vorher über unerwünschte Nebenwirkungen im Klaren sein", so Kirsten Kulinowski, Direktorin am Center for Biological and Environmental Nanotechnology der Rice University in Houston.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Buckyballs Fullerene Nanopartikel Nanostruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit grüner Chemie gegen Malaria
21.02.2018 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Vom künstlichen Hüftgelenk bis zum Fahrradsattel
21.02.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics