Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nervenzellen aus embryonalen Stammzellen gewonnen

15.03.2004


Drei Forschungsgruppen des INSERM (Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung - Institut national de la Santé et de la Recherche médicale) ist es gemeinsam gelungen, Nervenzellen aus embryonalen Stammzellen von Mäusen zu erzeugen. Sie benutzten zwei Peptide, die in der frühen Phase der Embryogenese herausgebildet werden, um so die Differenzierung der Stammzellen in funktionelle Neuronen zu erreichen.



Die Differenzierung von embryonalen Stammzellen von Mäusen wird unter Einwirkung eines sogenannten Differenzierungsfaktors erreicht. Die bisher anerkannten Differenzierungsfaktoren wirken auf der Ebene der Kernrezeptoren. Bis heute wurden nur die Kern- und Membranrezeptoren als Wachstumsfaktoren identifiziert.

... mehr zu:
»Mäuse »Nervenzelle »Peptid »Stammzelle


Michèle Cazillis und William Rostène haben erstmals G-Protein - Rezeptoren auf embryonalen Stammzellen bei Mäusen entdeckt, die andere Differenzierungsfaktoren fixieren können. Zu diesem Zweck haben die Forscher zwei Peptide selektiert, die sich an die GProtein- Rezeptoren binden können und von der Struktur her sehr homolog sind. Das VIP - Peptid (Vasoactive Intestinal Polypeptide) wird sehr früh während der Embryogenese im Gehirn exprimiert. PACAP (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide) wird während der Entwicklung im Gehirn produziert und ist besonders in die Bildung des Kleinhirns involviert.

Die Versuche haben gezeigt, dass sich beide Peptide mit den Stammzellen verbinden können. Es würde außerdem beweisen, daß VIP und PACAP als spezifische Differenzierungsfaktoren wirken. Durch die Fixierung der Peptide differenzieren sich die embryonalen Stammzellen nur in Nervenzellen. Die Zellen haben Verlängerungen entwickelt, die ein Zellennetz bilden. Je größer die Menge der Peptide, desto länger und zahlreicher sind die Verlängerungen. Die Zellen bilden zudem spezifische Neuronenmarker.

Diese Ergebnisse zeigen, daß die Peptide VIP und PACAP die Differenzierung von embryonalen Stammzellen in neuronale Zellen bei Mäusen fördern. Diese Untersuchungen sollen nun vertieft werden, um herauszufinden, ob die erreichte Differenzierung zu einer Zellspezialisierung eines besonderen Zellentyps führen kann. Diese ersten Ergebnisse eröffnen neue Wege für die Grundlagen- und angewandte Forschung, wie zum Beispiel die Regenerierung von geschädigtem Nervengewebe. Diese Ergebnisse wurden in der Februarausgabe der Fachzeitung European Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Kontakt:

William Rostène
Equipe Inserm 350, Hôpital St Antoine
184 rue du Fbg St Antoine, 75012 Paris
Email: rostene@st-antoine.inser.fr
Tel. +33 1 49 28 46 76
Fax +33 1 43 40 82 70

Dies ist ein Artikel aus dem Bulletin Wissenschaft-Frankreich (Nummer 49 vom 15.03.2004) Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz Kostenloses Abonnement durch E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de

William Rostène | INSERM
Weitere Informationen:
http://www.inserm.fr

Weitere Berichte zu: Mäuse Nervenzelle Peptid Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE