Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Hamburger Hochleistungscomputern den Geheimnissen des Lebens auf der Spur

26.02.2004


Presseinformation des Zentrums für Bioinformatik der Universität Hamburg (ZBH) und der emplics AG



"Wenn es um die computergestützte Erforschung der dreidimensionalen Strukturen des Lebens geht, dann befindet sich Hamburg in der deutschen Wissenschaftslandschaft mit dem neuen Zentrum für Bioinformatik der Universität Hamburg (ZBH) mit an der Spitze. Dort entstehen Software-Werkzeuge für die Lebenswissenschaften, die es erleichtern, neue Arzneimittel zu finden," erläuterte Professor Matthias Rarey, Geschäftsführender Direktor des ZBH, (am 23.2.2004) vor Journalisten anlässlich eines Besuchs von Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger im ZBH. Technisches Rückgrat der Informationsverarbeitung im ZBH ist ein jüngst angeschaffter Linux-Hochleistungscomputer der Hamburger emplics AG. "In der Bioinformatik kommt es gleichermaßen auf wissenschaftliche und technische Kompetenz an. Beide Aspekte können wir am Standort Hamburg jetzt optimal miteinander verbinden," erklärte Senator Dräger. In beabsichtigter Partnerschaft mit IBM Deutschland will emplics künftig dafür sorgen, dass die besonders preiswerten Linux-Hochleistungsrechner künftig auch in der Industrie vermehrt zum Einsatz kommen.



Das im Jahr 2002 gegründete Zentrum für Bioinformatik an der Universität Hamburg deckt mit seinen Lehrstühlen drei Hauptfelder der Bioinformatikforschung ab: die Speicherung und Analyse genomischer Sequenzen, das Modelling dreidimensionaler Protein-Strukturen und das computergestützte molekulare Design. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Softwarewerkzeuge aus diesen Themenfeldern werden in der modernen Arzneimittelforschung verwendet, um gezielt nach neuen Wirkstoffen gegen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und AIDS zu suchen. "Die Bioinformatik, also die Anwendung von Methoden aus der Informatik auf wissenschaftliche Probleme aus den Lebenswissenschaften, entwickelt sich zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts," betonte Wissenschaftssenator Jörg Dräger, der das Zentrum jetzt erstmals besuchte. Auf dem Campus der Hamburger Universität ist es insofern eine Besonderheit, als es weitgehend mit Spendengeldern einer Stiftung errichtet wurde, der Leidenberger-Müller Stiftung.

"Hamburg ist dadurch in der glücklichen Lage, mit dem ZBH eine Forschungs- und Ausbildungseinrichtung zu besitzen, an der gesuchte Experten unter hervorragenden Bedingungen auf ihre künftigen Aufgaben am Arbeitsmarkt vorbereitet werden," lobte Senator Dräger: "Die Stadt bietet damit künftig die Möglichkeit, Forschungsvorhaben in den Feldern Biologie, Pharmakologie, Medizin und Chemie schneller, umfassender und zu geringeren Kosten durchzuführen. Wir verfügen so über einen Standortfaktor in Gestalt eines Exzellenzzentrums, das schon jetzt über die Grenzen der Stadt hinaus einen ausgezeichneten Ruf besitzt." Beweis dafür sei die Internationale Bioinformatik Konferenz (GCB) der Dechema und der Gesellschaft für Informatik e.V., die auf Initiative des Zentrums für Bioinformatik 2005 erstmals in Hamburg stattfinden wird.

Computer im Maßanzug

Leistungsstarke Computer sind eine wesentliche Voraussetzung für die Informatik. Als Ergebnis einer Ausschreibung hat sich das ZBH jüngst für die Anschaffung eines Hochleistungsrechners entschieden, der ebenfalls aus Hamburg kommt. Die emplics AG hat ihn nach den Anforderungen des ZBH entworfen und zusammengebaut. "Wir nutzen dafür das offene Betriebssystem Linux und können auf dieser Basis zahlreiche Standard-Computer zu einem "Cluster" verbinden, der höchste Rechenleistungen erbringt. Diese Art der Supercomputer ist sehr viel preiswerter als der herkömmliche Großrechner," erläuterte Uwe Montag, Vorstandsvorsitzender emplics AG.

Der Begriff des "Clusters" im Sinne von räumlich benachbarten Institutionen verwandter Fachgebiete spielt auch für die Wissenschafts- und Wirtschaftspolitik des Senats eine wichtige Rolle: "Wenn eine Hamburger IT-Firma einer Hamburger Wissenschaftseinrichtung einen maßgeschneiderten Hochleistungsrechner baut und dessen Anwendung unterstützt, dann ist dies ein gelebtes Clusterkonzept, von dem alle beteiligten profitieren," freute sich Jörg Dräger.
Ähnlich sieht es Uwe Jens Neumann, Geschäftsführer der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Vorstandsvorsitzender Hamburg@work I Förderkreis Multimedia e.V.: "Die Zusammenarbeit von ZBH und emplics symbolisiert, welches Potenzial die hervorragende Vernetzung am Standort Hamburg für Spitzenforschung und innovative Unternehmen bietet. Diese weiter zu fördern und auszubauen - dazu tragen wir als Förderkreis Multimedia und zusammen mit den Netzwerken anderer Technologiebranchen durch die gemeinsame Plattform Hanse-Network.Net bei. Denn nur kurze Wege und schneller Austausch machen möglich, was ZBH und emplics jetzt erfolgreich umgesetzt haben."

Inzwischen hat emplics seine Netze allerdings schon über Hamburg hinaus gespannt: Zusammen in einer geplanten Entwicklungspartnerschaft mit der IBM Deutschland GmbH will sich die Firma dafür engagieren, dass Linux-Superrechner künftig auch in der mittelständischen Industrie vermehrt Einzug halten.

V.i.S.d.P.:
Uwe Montag
Emplics AG
Merkurring 46, 22143 Hamburg
Tel.: 040 63 66 56-0

Rückfragen bitte an:
Herrn Leander L. Hollweg
Mobil: 0170 23 55 226

Peter Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.emplics.com
http://www.zbh.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: Bioinformatik Lebenswissenschaft Wissenschaftssenator ZBH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Glykane als Biomarker für Krebs?
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Selbstfaltendes Origami
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie