Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Änderung des Embryonenschutzgesetzes erfordert einen breiten gesellschaftlichen Konsens

04.05.2001


Bulmahn: "Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist ein Thema für den Nationalen Ethikrat"

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat heute mit Zurückhaltung auf die Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Forschung mit embryonalen Stammzellen reagiert. "Solche tiefgreifenden Veränderungen, wie sie die Deutsche Forschungsgemeinschaft vorschlägt, müssen in der Wissenschaft und der Gesellschaft breit beraten und diskutiert werden", erklärte Bulmahn. Sie plädierte dafür, die Frage zur Forschung an embryonalen Stammzellen als Thema in dem von Bundeskanzler Gerhard Schröder kürzlich berufenen Nationalen Ethikrat zu behandeln. "Es kann nicht sein, jetzt in einem ’Hau-Ruck-Verfahren’ neue Weichen zu stellen, die die bislang gesetzten ethischen Grenzen überschreiten."

Bulmahn wertete die Stellungnahme der DFG als ein Zeichen dafür, dass sich die Wissenschaft in Deutschland ihrer hohen moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sei. "Die eindeutige Ablehnung des Klonens von Embryonen zum Zweck, sie für die Forschung zu verbrauchen, ist in ihrer Klarheit zu begrüßen und entspricht einem breiten Konsens in der Bevölkerung." Die Forderung, die Gewinnung embryonaler Stammzellen aus sogenannten "überzähligen" Embryonen in Deutschland zuzulassen, erfordere eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes.

"Die in Deutschland an sich zulässige Forschung an importierten embryonalen Stammzellen bleibt problematisch, weil sie den Verbrauch menschlicher Embryonen (im Ausland) voraussetzt, der in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist. Deshalb setzen wir grundsätzlich auf alternative Methoden zur Forschung an embryonalen Stammzellen, insbesondere auf die Forschung mit sogenannten adulten Stammzellen, die ethisch unproblematisch ist. Hier hat es in der letzten Zeit erhebliche Erkenntnisfortschritte gegeben, die auf ein größeres Differenzierungspotenzial dieser Zellen hinweisen als bisher angenommen", erklärte Bulmahn.

Einer Öffnung bestehender Schutzbestimmungen in der Forschung an embryonalen Stammzellen könne man sich erst dann nähern, wenn durch eine breite gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskussion klar geworden sei, dass der Wert menschlichen Lebens hierdurch nicht herabgesetzt werde. Bulmahn: "Eine entsprechende Forschung kann es nur dann geben, wenn man auf andere Weise Krankheiten nicht bekämpfen kann." Sie wies darauf hin, dass das BMBF in der heutigen Sitzung des Hauptausschusses der DFG darauf drängen werde, den Antrag von Prof. Oliver Brüstle aus Bonn zurückzustellen. Er sieht eine Forschung an importierten embryonalen Stammzellen vor.

Pressereferat (LS 13) |

Weitere Berichte zu: Embryo Embryonenschutzgesetz Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzen gegen Staunässe schützen
17.10.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Erweiterung des Lichtwegs macht winzige Strukturen in Körperzellen sichtbar
17.10.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz