Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuguineas Dschungel als Lieferant für Medikamente

06.02.2004


Internationale Experten durchkämmen Pazifikinsel nach neuen Heilmitteln



Zwei US-Forscher sind in den Dschungelwäldern der Insel Neuguinea auf der Suche nach neuen Wundermitteln gegen Tuberkulose, Krebs, Aids und anderen Krankheiten. Die International Cooperative Biodiversity Groups (ICBG) unterstützt das Projekt mit vier Mio. Dollar, da damit die reichen Regenwälder der Insel vor dem Abholzen bewahrt werden können, berichtet der PNG Post Courrier. Erst vor wenigen Tagen hatte die Umweltorganisation Greenpeace den Holzschlägerunternehmen wegen illegaler Abholzung den Kampf erklärt.

... mehr zu:
»Guinea »Medikament »Neuguinea »Papua »Regenwald


Die Forscher des College of Pharmacy der University of Utah wollen mit dem Projekt aber nicht nur die Suche nach neuen Heilmitteln forcieren, sondern die lokale Bevölkerung dazu bringen, etwas für den Erhalt des Regenwaldes zu tun. Der lokalen Bevölkerung wird ein lukratives Geschäft versprochen, indem sie in Hausarbeit verschiedene Heilpflanzen ziehen. "Objektives Ziel ist die Suche nach neuen Medikamenten und daraus resultierend ein ökonomischer Profit für die lokale Bevölkerung und die Bewahrung der ökologischen Vielfalt Neuguineas", so Louis Barrows, Professor für Pharmakologie und Toxikologie, der gemeinsam mit Chris Ireland, Experte für medizinische Chemie, das Projekt leitet. Neben den Experten werden auch noch Wissenschaftler des National Museum of Natural History, der Smithsonian Institution, des Wyeth Research und der Universität von Papua New Guinea an der Suche teilnehmen.

Papua Neuguineas Fläche, rund 470.000 Quadratkilometer, macht zwar nur ein Prozent der gesamten Landmasse der Erde aus, in den Regenwäldern der Inseln leben aber fünf Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Welt. Die Forscher sind von der Biodiversität der Insel begeistert, warnen aber vor einer ökologischen Katastrophe: illegale Holzschlägerungen dezimieren den Regenwald rapid und die WHO warnt vor einer "explodierenden" Aids-Rate unter der Bevölkerung.

In dem fünfteiligen Forschungsprogramm werden die Experten zuerst eine Datenbank über die verschiedenen Pflanzen anlegen, danach werden die Pflanzen auf aktive Substanzen hin untersucht. Ireland wird sich mit der traditionellen neuguineischen Medizin beschäftigen und Pflanzen untersuchen, die von den Eingeborenen seit Jahrtausenden verwendet werden. Ein Teil des Forschungsbudgets wird dafür verwendet bei der Universität von Papua New Guinea in Port Moresby ein pharmakologisches Labor einzurichten. Ireland zeigt sich davon überzeugt, dass das Forschungsprojekt bald zum Erfolg führen wird. "Bei der Vielzahl der Pflanzen stehen die Chancen wirklich gut, etwas Neues zu finden", so der Experte, der davon ausgeht, dass in spätestens fünf Jahren die ersten klinischen Versuche an Patienten beginnen werden. Sobald das Projekt zu laufen beginnt, werden auch Studenten der Universität von Papua New Guinea nach Utah reisen, um in den Labors geschult zu werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.postcourrier.com.pg
http://www.pharmacy.utah.edu
http://www.upng.ac.pg

Weitere Berichte zu: Guinea Medikament Neuguinea Papua Regenwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften