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Welche Proteine bei der Entstehung von Blutgerinnseln mitmischen

03.02.2004


Die Blutgerinnung: Einerseits schützt sie den Menschen bei einer Verletzung vor dem Verbluten. Andererseits kann sie Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen, wenn kleine Gerinnsel die Blutgefäße verstopfen. Achim Obergfell von der Uni Würzburg untersucht in diesem Zusammenhang die Blutplättchen, weil diese für die Blutgerinnung sehr wichtig sind.


Blutplättchen mit gefärbten Proteinen: Der rote Ring besteht aus F-Actin, das nach der Aktivierung des Plättchens an dessen Ränder gewandert ist und es wie einen Schirm aufspannt. Nun kann sich das Plättchen an Oberflächen heften. Aufnahme: Obergfell



Der Wissenschaftler vom Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie/Zentrallabor des Uniklinikums interessiert sich dabei für ein ganz bestimmtes Protein, das so genannte "Integrin alpha IIb beta 3". Es gehört zu einer Proteinfamilie, deren Mitglieder sich immer in der Membran von Zellen befinden. Dort registrieren sie bestimmte Signale und sorgen dann dafür, dass die Zellen richtig reagieren.



Bei den Blutplättchen ist das Protein für die Blutgerinnung notwendig. Wird es aktiviert, dann löst es Veränderungen am Zellgerüst aus, die wiederum zur Entstehung von Gerinnseln (Thromben) führen. Der Würzburger Wissenschaftler erforscht nun, welche anderen Proteine an dieser Signalübertragung beteiligt sind. Damit will er das Wissen über die Funktion der Blutplättchen unter normalen Bedingungen sowie bei vererbten und erworbenen Störungen der Blutgerinnung weiter vergrößern. Seine Untersuchungen können auch dazu beitragen, dass die Behandlung von Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall künftig noch besser wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt. Obergfell kooperiert dabei mit dem Institutsleiter Ulrich Walter und mit Gregory Harms vom Rudolf-Virchow-Zentrum/DFG-Forschungszentrum für experimentelle Biomedizin.

Der 37-jährige Obergfell, der in Freiburg Medizin studiert hat und dort in der Kardiologie tätig war, ist nach einem fast vierjährigen Forschungsaufenthalt am Scripps Research Institute in La Jolla (USA) nach Deutschland zurückgekehrt. Seine Forschungsarbeiten wurden bislang von der DFG und der American Heart Association gefördert. Im Jahr 2000 erhielt er einen Forschungspreis der American Society of Hematology, den Merit Award.

Weitere Informationen: Dr. Achim Obergfell, T (0931) 201-36004, E-Mail:
a.obergfell@medizin.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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