Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler züchten Sperma im Reagenzglas

27.01.2004


Neues Verfahren zur gentechnischen Veränderung



Das Züchten von Sperma im Reagenzglas könnte ein leistungsfähiges Verfahren zur gentechnischen Veränderung von Tieren und zur Korrektur von menschlichen genetischen Erkrankungen vor der Empfängnis werden. Das neue Verfahren bietet laut NewScientist zwei Vorteile. Erstens werden gentechnisch veränderte Tiere in einer Generation statt in zwei geschaffen. Zweitens könnte das Einsetzen der Gene in Laborsperma komplexe genetische Veränderungen bei einer großen Anzahl von Tieren ermöglichen. Bisher waren derartige Manipulationen nur bei Mäusen möglich. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

... mehr zu:
»Eier »Gen »Reagenzglas »Sperma


Entscheidend ist laut Shawn Burgess von den National Institutes of Health, dass es umfangreiche Möglichkeiten gibt, dieses Verfahren für verschiedene Anwendungen optimal abzustimmen. Gemeinsam mit japanischen Kollegen entwickelte der Wissenschaftler das Verfahren um neue Gene in Zebrafische einzupflanzen. Dafür wurden männliche Keimzellen gezüchtet, die im Reagenzglas zu Sperma wurden. In der Folge schuf Burgess Retroviren um die Spermazellen zu infizieren und so neue Gene in ihre DNA einzufügen. Anschließend wurden mit diesem Sperma Eier befruchtet und neue Tiere geschaffen. Aus nur sechs der 1.410 befruchteten Eier entstanden schließlich transgene Tiere, deren Zellen alle das neue Gen enthielten.

Die Wissenschaftler arbeiten bereits an der Optimierung des Verfahrens. Derzeit werden Möglichkeiten erforscht, das Sperma in der Kultur länger wachsen zu lassen, so dass jene Spermazellen, die die DNA nicht aufgenommen haben, gleich vernichtet werden können. In der Folge könnte es möglich werden, bestehende Gene zu spalten oder zu ersetzen. Eine Technik, die derzeit nur bei Mäusen möglich ist. Kann das neue Verfahren für menschliches Sperma adaptiert werden, könnte es laut Burgess für eine sanftere Form der Gentherapie eingesetzt werden. Er ist von den Vorteilen dieses Verfahrens überzeugt: "Embryos müssen für die Korrektur eines Defekts weder behandelt noch getötet werden."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.nih.gov

Weitere Berichte zu: Eier Gen Reagenzglas Sperma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der erste Blick auf ein einzelnes Protein
18.01.2017 | Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

nachricht Unterschiedliche Rekombinationsraten halten besonders egoistische Gene im Zaum
18.01.2017 | Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik