Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ETH-Forschende klären Export von MicroRNAs aus Zellkern

19.12.2003


Die RNA stand lange Zeit im Schatten der DNA und war vor allem bekannt als simples Botenmolekül. Die erst vor einigen Jahren entdeckten MicroRNAs versprechen eine neue Sicht auf die Genregulation. ETH-Forschende halfen mit, einen Teil der Bildung der MicroRNA in der Zelle und den damit verbundenen Transport aus dem Zellkern zu verstehen.



In der Mitte lag sie eigentlich schon immer. Doch lange wurde die RNA nur als Zwischending zwischen der DNA, dem Hort der Erbinformation, und den Proteinen als Vollstrecker in den Zellen betrachtet. Mit der Entdeckung der MicroRNAs hat sich die Situation aber radikal geändert. Die RNA ist nicht nur ein Botenmolekül, sie ist ein Schlüsselspieler im Genregulationsnetz. Entsprechend "adelte" das Wissenschaftsmagazin "Science" die kleinen RNAs im Dezember 2002, indem sie sie als Durchbruch des Jahres feierte.

... mehr zu:
»DNA »ETH-Forschende »MicroRNA »RNA »Zellkern


Exportmolekül als Kontrollstelle

Eine neue Arbeit aus dem Institut für Biochemie der ETH Zürich, die zusammen mit Forschenden aus den USA gemacht wurde, konnte nun zeigen, wie die Vorläufer der MicroRNAs aus dem Zellkern exportiert werden, und damit diesen Teil der Entstehung der MicroRNAs aufklären. Es zeigte sich dabei, dass das involvierte Exportmolekül auch eine Kontrollfunktion ausübt, indem es bevorzugt Vorläufer-Moleküle von der richtigen Länge aus dem Zellkern transportiert. Die Studie erscheint diese Woche im Wissenschaftsmagazin "Science".

Wichtig für die Entwicklung vielzelliger Organismen

Die kleinen zwischen 20 und 23 Nukleotiden langen MicroRNAs haben nach ihrer Entdeckung zunehmend das Forscherinteresse erweckt. Die Winzlinge helfen, den präzisen Ablauf von Entwicklungsprogrammen in Pflanzen und Tieren vom Embryo zum erwachsenen Organismus zu steuern. Die Erbinformation der MicroRNAs liegt in Regionen der DNA, die nicht für Proteine codieren. Zuerst werden sie von der DNA aus in eine Vorläufer MicroRNA umgeschrieben, die im Zellkern vorkommt. Nach dem Transport ins Cytoplasma werden aus diesen die funktionellen 22-Nukleotid langen reifen MicroRNAs ausgeschnitten, von denen man beim Menschen mittlerweilen über 100 Varianten kennt. Welche Form aber genau aus dem Zellkern hinaus transportiert wird und was für Faktoren darin involviert sind, war bis anhin unklar. Diese Fragen hat nun die Arbeit der ETH-Forschenden geklärt.

Weitere Informationen:

Prof. Ulrike Kutay
Institut für Biochemie der ETH Zürich
Telefon +41 (0)1 632 30 13
E-Mail: ulrike.kutay@

Stephan Güttinger
Institut für Biochemie der ETH Zürich
Telefon +41 (0)1 632 30 05
E-Mail: stephan.guettinger@bc.biol.ethz.ch

Beatrice Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ethz.ch

Weitere Berichte zu: DNA ETH-Forschende MicroRNA RNA Zellkern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche
24.04.2017 | Universität Bremen

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Praxisworkshop Mikrooptische Beleuchtungsanwendungen, 12.09.17 in Göttingen

24.04.2017 | Seminare Workshops

Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

24.04.2017 | Verfahrenstechnologie

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten