Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ernährungsphysiologische Wirkung des Bieres untersucht

24.01.2001


Bier in Maßen genossen, ist gesund. Dies belegen Untersuchungen von Wissenschaftlern am Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt. Das 34. Technologische Seminar, das derzeit unter
der Leitung von Prof. Dr. Werner Back (Ordinarius für Technologie der Brauerei I der TUM) in Weihenstephan stattfindet, beleuchtet die ernährungsphysiologische Bedeutung und den Gesundheitswert moderaten Biergenusses.

Mittels moderner Analysemethoden konnte Prof. Dr. Werner Back sehr aussagefähige Kriterien für die Geschmacksstabilität und den Gesundheitswert bestimmen. Im Bier findet sich ein ausgewogenes Spektrum an wertvollen antioxidativen und antiradikalischen Inhaltsstoffen. Wichtig sind auch Substanzen, die durch die biologische Würzesäuerung mit speziellen Milchsäurebakterien, ähnlich wie bei Joghurt, eingebracht werden.

Von besonderer Bedeutung für den Gesundheitswert des Bieres ist die Vielfalt von positiven Substanzen und deren ausgewogenen Konzentrationen. Negative Inhaltsstoffe sind nicht nachweisbar, auch keine pathogenen Keime (Krankheitserreger). Höhere Zuckerkonzentrationen wie z. B. häufig bei Wein oder alkoholfreien Getränken liegen ebenfalls nicht vor. Die niedrigen Extrakt- und Alkoholwerte sowie der nur leicht saure pH-Wert (im Gegensatz zu Wein und Fruchtsäften) sind ernährungsphysiologisch besonders günstig und führen zu einer optimalen Bioverfügbarkeit und Bekömmlichkeit.

Die physiologische Bedeutung der Polyphenole und Hopfenbitterstoffe im Bier untersucht Prof. Dr. Anton Piendl (Lehrstuhl für Technologie der Brauerei II). Diese sekundären Pflanzenstoffe weisen ein besonders breites Spektrum an gesundheitlichen Wirkungen für den Menschen auf. Sie wirken zum einen antikanzerogen und gefäßschützend, zum anderen antimikrobiell (z. B. Hemmung von Zahnkaries, Leukämiezellen und Helicobacter pylori) und entzündungshemmend. Hervorzuheben sind ihre antioxidative Kraft, freie Radikale zu binden, und die antithrombotische Wirkung (Auflösung von Blutgerinnseln). Eine herausragende Bedeutung hat das Xanthohumol, das der Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) und der Arteriosklerose entgegenwirkt. Schließlich können Polyphenole auch die Neigung zu erhöhtem Blutdruck vermindern.

Medizinische Untersuchungen belegen, dass die ausgewogene Zusammensetzung die Lebenserwartung bei moderatem Biergenuss erhöht. Dr. med. Karl-Heinz Ricken (Facharzt für Innere Medizin, Saarlouis) nennt in diesem Zusammenhang die ernährungsphysiologisch insgesamt günstige Konzentration aller Inhaltsstoffe. So weist er auf die Reduktion von Herz- und Gefäßrisikofaktoren hin, wie Senkung des schädlichen LDL-Cholesterinspiegels, Erhöhung des Schutzfaktors HDL-Cholesterin, Verbesserung der Blutgerinnung und Blutviskosität sowie die günstige Beeinflussung des Blutzuckerwertes. Insgesamt führen diese Faktoren zu einem deutlich geringeren Risiko bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzinfarkt und Schlaganfall. Erwiesen sind auch die Verbesserung der Resorption, die Zunahme der Durchblutung, die Erhöhung der Gallensekretion und die diuretische (harntreibende) Wirkung. Zudem liefert Bier wichtige Mineralstoffe (viel Magnesium und Kalium, bei sehr niedrigem Natriumgehalt), Spurenelemente (Zink, Selen, Eisen) und Vitamine vor allem der B-Gruppe.


Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Werner Back
Lehrstuhl für Technologie der Brauerei I
Tel: 08161-71-3261; Fax: 08161-71-3883

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dieter Heinrichsen M.A. | idw

Weitere Berichte zu: Ernährungsphysiologie Gesundheitswert Polyphenole

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark
25.07.2017 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Welcher Scotch ist es?
25.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie