Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vernetzte Genomforschung für Deutschland

20.11.2003


IBM und Deutsches Ressourcenzentrum für Genomforschung entwickeln Plattform für Nationales Genomforschungsnetz


IBM und das Deutsche Ressourcenzentrum für Genomforschung (RZPD) bauen zusammen den Prototypen für eine Datenplattform auf, die es den Forschern erleichtert, über das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN) auf Daten zuzugreifen oder diese auszutauschen. Das System basiert auf der IBM Software DiscoveryLink und wird derzeit im IBM Labor La Gaude in Frankreich getestet. Das NGFN hat sich zum Ziel gesetzt, die molekularen Ursachen von Erkrankungen zu verstehen und darauf aufbauend Diagnose, Vorbeugung und Therapie entscheidend zu verbessern. Bei der Erforschung von Krankheitsursachen entstehen große Datenmengen, die effizient verwaltet und ausgewertet werden müssen, um von Nutzen zu sein.

"Deutschland trägt erheblich zur Erforschung menschlicher Gene bei", sagt Dr. Johannes Maurer, wissenschaftlicher Geschäftsführer des RZPD. "Das neue Prototyp-System hat das Potenzial, eine konsolidierte, virtuelle Datenbank mit genetischen Informationen zu schaffen, auf die Forscher im ganzen Land zugreifen können. Eine deutschlandweite Plattform für genetische Daten würde uns helfen, die Erkenntnisse der Genomforschung für die Diagnose, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten zu nutzen."


Bei seinem künftigen Einsatz bietet das Prototyp-System von IBM und RZPD eine konsolidierte Datenplattform für den öffentlichen und privaten Sektor in Deutschland. Das bedeutet, dass Daten, die an unterschiedlichen Orten im Nationalen Genomforschungsnetz gespeichert sind, über eine zentrale Schnittstelle abgefragt werden können (single query access). Den Wissenschaftlern steht damit eine Plattform zur Verfügung, die eine enge Zusammenarbeit auch über unterschiedliche Standorte hinweg ermöglicht. Zudem wird das System auch Zugang zu speziellen öffentlichen Datenbanken für Proteomik, Genomik und Hochleistungs-Testverfahren ermöglichen. Dabei können Benutzer ihre eigenen Daten mit denen des RZPD und anderen öffentlichen Institutionen zusammenführen - gleichzeitig behalten sie aber die Kontrolle über ihre Daten.

Im Bereich der Biowissenschaften fällt in Industrie und Forschung eine große Menge komplexer Daten an. Aber erst wenn diese Daten aus einer Vielzahl von Quellen und Anwendungen ausgewertet sind, wird aus reinen Daten anwendbares Wissen, das Nutzen bringt. Die Pharmaindustrie hat dies erkannt und setzt Datenintegrationstechnologie ein, um die Zeitspanne für die Entwicklung neuer Medikamente zu verkürzen.

"Der private Sektor nutzt schon länger Datenintegrationstechnologien wie IBM DiscoveryLink. Dieser Prototyp zeigt, dass auch der öffentliche Sektor auf diese Technologie zugreifen kann, um Forschung in Deutschland effizient zu gestalten", sagt Dr. Jutta Casimir-Schenkel, IBM Business Development Executive für den Bereich Life Sciences.

Über das Deutsche Ressourcenzentrum für Genomforschung (RZPD)

Das RZPD ist ein Non-Profit Service Center für Genom- und Proteomforschung. Weitere Informationen über das RZPD finden Sie unter http://www.rzpd.de

Über das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN)

Das "Nationale Genomforschungsnetz" hat sich zum Ziel gesetzt, die molekularen Ursachen von Erkrankungen zu verstehen und darauf aufbauend Diagnose, Vorbeugung und Therapie wichtiger Volkskrankheiten entscheidend zu verbessern. Durch die Entwicklung von leistungsfähigen Technologien zur automatisierten Funktionsanalyse der Gene und durch die Entschlüsselung der menschlichen Erbinformation kann heutzutage effektivere Krankheitsursachenforschung betrieben werden als noch vor einigen Jahren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung "Forschung für den Menschen" das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN) auf den Weg gebracht. Für dieses Forschungsprogramm stellt das BMBF bis zum Jahr 2003 rund 180 Millionen EUR Fördermittel zur Verfügung. Das NGFN ist als kooperative Netzwerkstruktur organisiert. Wissenschaftler aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen bringen ihr jeweiliges Know-How und ihre Technologiemöglichkeiten in gemeinsamen Projekten zusammen. Weitere Informationen unter: http://www.ngfn.de

Über IBM Life Sciences

Unter dem Motto "Solutions for a Healthier World" bündelt IBM Life Sciences das Branchen-Know-how in den Bereichen Pharmazie, Biotechnologie, Agrarindustrie und Gesundheitswesen. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.ibm.com/lifesciences.

| ots
Weitere Informationen:
http://www.ngfn.de
http://www.ibm.com/lifesciences
http://www.ngfn.de

Weitere Berichte zu: Genomforschung Genomforschungsnetz NGFN RZPD Ressourcenzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie sich Krebszellen gegen Chemotherapeutika „immun“ machen
24.08.2017 | Universität Witten/Herdecke

nachricht "Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient
24.08.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ein Feuerwerk der chemischen Forschung

24.08.2017 | Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eisberge: Mathematisches Modell berechnet Abbruch von Schelfeis

24.08.2017 | Geowissenschaften

Besseres Monitoring der Korallenriffe mit dem HyperDiver

24.08.2017 | Geowissenschaften

Rauch von kanadischen Waldbränden bis nach Europa transportiert

24.08.2017 | Geowissenschaften