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Neue diagnostische Marker revolutionieren Therapie

14.11.2003


Bayer HealthCare Diagnostika bietet eine umfassende Produktpalette und nimmt bei der Laborautomatisierung eine führende Stellung ein. Damit wird auf die gesundheitspolitischen Bedingungen reagiert, die sich deutlich negativ auf die Laborpreise auswirken. Mit den ADVIA WorkCell/LabCell Automationssystemen können bis zu 16 Analysesysteme miteinander kombiniert und 1600 Proben pro Stunde abgearbeitet werden. "Durch eine konsequente Automatisierung wird weniger Personal benötigt. In einem Labor wurde die Zeit bis zum Ergebnis von 101 auf 52 Minuten reduziert; die Kosten pro Ergebnis konnten um 20 Prozent verringert werden", sagte Dr. Jan Hoesche, Marketingleiter, Fernwald, auf dem Forum Diagnostik von Bayer HealthCare in Mettmann.

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"Innovative Produkte zu entdecken und erfolgreich zu vertreiben ist unsere Mission", betonte Dr. Roberto Parotelli, Leiter der Division Diagnostika, Fernwald. "Dafür investierte Bayer HealthCare Diagnostika im vergangenen Jahr 200 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung. Bei den Diagnostika ist Bayer HealthCare mit einem Weltmarktanteil von zehn Prozent auf Rang 4 der Diagnostikunternehmen, in Deutschland auf Platz 3. Weltweit wollen wir auf Platz 3 vorrücken."

Dies soll unter anderem durch die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung ganz neuer Assays erreicht werden: Diese Tests werden die Labormedizin zu einer wesentlichen Voraussetzung individualisierter Therapie machen und so einen Paradigmenwechsel in der in-vitro Diagnostik bewirken. Die ersten Ansätze dieses neuen umfassenden Konzepts konnte Bayer HealthCare Diagnostika bereits in der molekularen Infektionsdiagnostik realisieren, sagte Dr. Christoph Petry, Leiter Diagnostika Forschung Deutschland in Leverkusen. Bayer HealthCare Diagnostika bietet aktuell den Trugene HIV-1-Test, der Mutationen des AIDS-Virus molekular charakterisiert. Durch die weltweite Erfassung von Resistenzen der bereits bekannten Viren, die dann für einen computer-basierten Vergleich zur Verfügung stehen, können so die für den Patienten am besten geeigneten Medikamente individuell ausgewählt werden.


Ein weiterer Forschungsschwerpunkt bei Bayer HealthCare Diagnostika sind prädikative diagnostische Marker für die Krebstherapie. Eine molekulare Analyse von Tumoren erlaubt Vorhersagen über den wahrscheinlichen Therapieerfolg bestimmter Medikationen. Die Anwendung einer Kombination solcher Test soll dem behandelnden Onkologen in Zukunft eine bessere Auswahl der jeweils besten Tumortherapie erlauben, als diese mit den heutigen Methoden technisch möglich ist. Dabei wird die Diagnostik zum Kernpunkt einer individualisierten Tumortherapie. "Bei diesen Forschungen ist Bayer HealthCare Diagnostics schon recht weit fortgeschritten", sagte Petry.

Der HER-2/neu-Serumtest ist ein bereits erhältlicher Test auf einen molekularen Marker. Der exklusiv von Bayer HealthCare auf dem ADVIA Centaur laufende Serumtest eignet sich beim metastasierenden Brustkrebs ausgezeichnet zur Beurteilung des Therapieerfolgs mit dem monoklonalen Antikörper Herceptin, der sich gezielt gegen das überexprimierte Onkogen HER-2/neu richtet, führte Dr. Diana Lüftner, Charité Berlin, aus. Mittlerweile sind in Studien beim Brustkrebs HER-2/neu-positive Metastasen nachgewiesen worden, obwohl der Primärtumor HER-2/neu-negativ war. Solche Frauen würden keine Herceptin-Therapie erhalten, wenn allein der immunhistochemische HER-2/neu-Test des Primärtumors herangezogen würde, betonte Lüftner.

Ein anderer neuer Assay auf dem ADVIA Centaur ist der cPSA-Test (komplexiertes Prostata-Spezifisches Antigen). In der saarländischen Prostatakarzinom-Kampagne wurde bei 4479 Männern die Bedeutung des Tests von Bayer Diagnostics als Screening-Parameter untersucht, erläuterte Professor Dr. Wolfgang Herrmann, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg. Aufgrund der Bestimmung des totalen PSA (tPSA) und dem f/t-PSA-Quotienten (fPSA: freies PSA) wären 166 Personen einer Prostatabiopsie zugeführt worden. Beim Einsatz der cPSA-Bestimmung und dem f/t-PSA-Quotienten als weiterführenden Test wurden 16 Hochrisikopatienten zusätzlich erfasst, sagte Herrmann.

Durch die cPSA-Bestimmung kommt es im Vergleich zum tPSA-Test zu einer signifikanten Verbesserung der serumbasierten Diagnostik des Prostatakarzinoms, betonte Professor Dr. Peter Hammerer, Urologische Klinik Braunschweig. Weitere Vorteile des cPSA-Tests sind die bessere Probenstabilität und eine geringere Empfindlichkeit bei Manipulationen an der Prostata. Hammerer weiter: "Jeder Mann ab 50 sollte seinen PSA-Wert kennen."

Zur Produktpalette von Bayer HealthCare Diagnostika gehören auch Testmenüs für die Diagnostik bedeutender kardiovaskulärer Krankheiten. Bei der Herzinsuffizienz gelten die natriuretischen Peptide als Marker, die auch auf eine asymptomatische Erkrankung hinweisen. Während das ANP hochgradig instabil ist, hat das natriuretische Peptid vom B-Typ (BNP) eine wesentlich längere Halbwertzeit, führte Professor Dr. N. Katz, Universitätsklinikum Gießen, aus. Es wird auf dem ADVIA Centaur bestimmt.

BNP wird unter Dehnungsstress im Ventrikel gebildet. Die Höhe des BNP korreliert mit dem Schweregrad der Herzinsuffizienz und ist daher zur Diagnose, Stadieneinteilung und zur Therapieüberwachung geeignet. Auch kann damit eine Differenzierung zwischen pulmonaler und kardialer Dyspnoe vorgenommen werden. Bei einem normalen BNP-Wert im Blut ist eine Herzinsuffizienz unwahrscheinlich, sagte Katz.

Weil die bisher routinemäßig erfassten Risikofaktoren einen Teil der kardiovaskulären Erkrankungen nicht erklären können, ist als "neuer" Faktor Homocystein in das Interesse gerückt, erklärte Professor Dr. Wolfgang Herrmann. Eine Hyperhomocsyteinämie ist unter anderem ein Risikofaktor für vaskuläre Verschlusskrankheiten, Demenz, Neuralrohrdefekte und Schwangerschaftskomplikationen. Folsäure- und Vitamin B12-Mangel führen zur intrazellulären Erhöhung des zelltoxischen Homocysteins. Eine Absenkung des Homocysteins um 3 µmol/l verringert laut Herrmann das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um 20 Prozent. Deshalb hat die Abklärung einer Hyperhomocysteinämie auf dem ADVIA Centaur große Bedeutung, schloss Herrmann.

Die Bayer HealthCare AG, ein Teilkonzern der Bayer AG, gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten und erzielt einen Umsatz von etwa 10 Milliarden Euro.

Die Bayer HealthCare AG bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Biological Products, Consumer Care, Diagnostics und Pharmaceuticals und beschäftigt weltweit mehr als 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Bayer HealthCare AG erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt innovative Produkte um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung von Krankheiten und leisten einen Beitrag zu einer besseren Lebensqualität.

Zukunftsgerichtete Aussagen Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

BayNews Redaktion | Bayer AG
Weitere Informationen:
http://www.bayer.de

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