Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn aus Whisky Pulver wird ...

30.11.2000


Die Methode von Prof. Weidner lässt Whisky

rieseln ...


Potpourri der Pulver, die mal flüssig

waren


... mehr zu:
»Flüssigkeit »Pulver »RUBIN

Ungeahnte Einsatzmöglichkeiten eröffnen zwei neue Verfahren der

Bochumer Maschinenbauer (Lehrstuhl für Verfahrenstechnische Transportprozesse, Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner) in Kooperation mit der Universität Erlangen, der Universität Maribor und Industrie-
partnern: Durch den Einsatz von Gas unter hohen Drücken ist es ihnen gelungen, aus Flüssigkeiten rieselfähige Pulver herzustellen. Lebensmittel lassen sich nach der Pulverisierung besser lagern und vermischen als in flüssiger Form. Und nicht nur für Lebensmittel eignet sich die Pulverisierungsmethode - auch umweltfreundliche Lackierungstechniken basieren darauf. Über die Ergebnisse dieser Forschungen berichtet RUBIN 2/2000 - Wissenschaftsmagazin der RUB, das in den nächsten Tagen erscheint.

Statt Arme lahm kneten - besser Pulver mischen

Wer je versucht hat, ein Fläschchen Aroma in einen zähen Teig einzukneten, kennt das Problem: Bis das ganze wirklich gründlich vermischt und verteilt ist, hat man sich die Arme lahmgeknetet. Um so schwieriger wird es, je mehr Teig hergestellt werden soll - einige hundert Kilo sind es in Großküchen. Hier kann das neue Verfahren zum Einsatz kommen und die Arbeit erleichtern: Flüssigkeiten werden pulverisiert, so dass sich alle Zutaten als Pulver einfach und gründlich vermischen lassen, bevor schließlich Wasser hinzugegeben wird.

Rieselfähige Flüssigkeiten mit maßgeschneiderten Eigenschaften

Das Prinzip ähnelt dem der Sprudelflasche: In einem druckfesten Stahlbehälter wird die zu pulverisierende Flüssigkeit mit Kohlendioxid versetzt und dann sehr schnell entspannt. Dadurch wird die Flüssigkeit in feine Tröpfchen zerrissen - ein Spray entsteht. Dem Sprühstrahl aus Gas und Tröpfchen mischen die Ingenieure einen Trägerstoff bei, an den sich die Tropfen anlagern. Dadurch, dass die Tropfen die Körnchen des Trägerstoffs verkleben, ist die Beladung mit Flüssigkeit besonders hoch. Bis zu 80 Prozent Flüssigkeit enthält ein solches rieselfähiges Pulver, das die Forscher daher CPFÒ, "Concentrated Powder Form" genannt haben. Die Vorteile solcher Pulver erschöpfen sich nicht in der einfachen Vermischung: Durch das reaktionsträge Kohlendioxid, das auch als sogenanntes Schutzgas verwendet wird, verlängert sich die Haltbarkeit der Produkte. Die Kälte, die beim Entspannen des Gases entsteht, bewirkt, dass chemische Reaktionen wie etwa der Abbau von Carotinoiden, verlangsamt oder verhindert werden. Außerdem bleiben so flüchtige Aromen im Produkt. Durch den gezielten Einsatz verschiedener Trägerstoffe können die Ingenieure die Eigenschaften eines Pulvers maßschneidern. So können sie z. B. beeinflussen, wie sich ein Stoff vermischt und wie Flüssigkeiten in wässrigem oder fetthaltigem Medium freigesetzt werden.

Pulverlacke sind umweltfreundlich und sparsam

Ganz ähnlich funktioniert das PGSS-Verfahren (Particles from Gas Saturated Solutions). Hierbei entstehen Pulver aus Stoffen, die bei Raumtemperatur fest sind, wie etwa Lacke. Die zwei Komponenten des Lacks, Binder und Härter, werden getrennt voneinander geschmolzen, dann vermischt und mit Gas versetzt. Bei der Entspannung entsteht wiederum ein Spray, dessen kleine Tropfen noch während des Flugs durch die Entspannungskälte erstarren und zu einem Pulver werden. Der Pulverlack ist von ausgezeichneter Qualität, da seine Körnchen sehr fein und rund sind. Er härtet bei geringeren Temperaturen aus als herkömmlicher Pulverlack und spart so Energie und Geld. Die beiden Verfahren haben schon Eingang in die Industrie gefunden: Ein Unternehmen kann bereits einige hundert Kilo Pulver pro Stunde herstellen.

Außerdem in RUBIN 2/00

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 2/00. Darin finden Sie außerdem folgende Themen: Sich selbst vis-à-vis: Was Elstern wahrnehmen; Netzwerksicherheit - (k)ein Thema für Sozialwissenschaftler; Geographie des Protestantismus: Zahlen versus Mythen; Den alten Hüttenleuten auf die Finger geschaut; Antibiotika-Resistenz: "Fünf vor zwölf" für neue Strategien. RUBIN ist bei der Pressestelle (UV 3/368) für 5 DM erhältlich und steht im Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner, Verfahrenstechnische Transportprozesse, Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23083, Fax: 0234/32-14-163

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Flüssigkeit Pulver RUBIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise