Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fremde DNA in Mais-Mitochondrien eingebracht

09.10.2003


Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme einer BY2-Tabakzelle ohne Zellwand (Protoplast.


Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Schnittes durch eine Maiszelle


Neues aus der Pflanzen-Gentechnik der Kieler Molekularbiologie


Mitochondrien sind faden- oder kugelförmige Gebilde in menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen, die u.a. der Atmung, der Energieversorgung und dem Stoffwechsel dienen. Von Bedeutung sind sie auch bei Vorgängen wie der Zellalterung oder der Pollenreifung bei Pflanzen. Diese "Kraftwerke" einer Zelle tragen eine eigene DNA. Den Kieler Molekularbiologen Prof. Dr. Frank Kempken und seinem Doktoranden Matthias Staudinger (Botanisches Institut und Botanischer Garten der CAU, Abteilung Botanische Genetik und Molekularbiologie) ist es jetzt erstmals gelungen, fremde DNA in isolierte Mais-Mitochondrien einzubringen, um schrittweise zu verfolgen, welche Prozesse sich dabei abspielen. Das fremde DNA in Zellkerne eingebracht werden ist nicht neu in der Genetik. Doch bei Mitochondrien war dies bisher bei Pflanzen und Tieren nicht möglich, u. a. weil es sehr schwierig ist, in der lebenden Zelle DNA in diese Zellorganellen einzubringen. Durch die jetzt etablierte Methode wird diese Schwierigkeit umgangen.

Bei dem von den Kieler Wissenschaftlern entwickelten Experimentalsystem werden die Mitochondrien zuerst aus Maispflanzen entfernt. Dann erhalten sie einen Stromstoß, wodurch Löcher in der Doppelmembran der Mitochondrien entstehen. Jetzt ist es möglich, die DNA einer fremden Pflanze oder eines Bakteriums einzubringen und zu beobachten, was in den nächsten Stunden bzw. ein bis zwei Tagen passiert. Die Wissenschaftler bringen sowohl ursprüngliche DNA ein als auch von ihnen veränderte, die sich im Informationsgehalt unterscheidet und beobachten, welche biochemischen Prozesse in den Mitochondrien stattfinden und inwieweit diese durch die Veränderung beeinflusst wird. Die Untersuchungen erfolgen im Labor in Reaktionsgefäßen.


In der DNA ist die Erbinformation gespeichert, d.h. die Bauanleitungen für die Eiweiße und Enzyme. Für die Umsetzung von DNA zum Eiweiß werden sogenannte RNA-Moleküle benötigt. Eines davon ist die Boten- oder mRNA, die eine Kopie eines Gens beinhaltet, nach der dann das Eiweiß gebildet werden kann. Hierbei interessiert die Kieler Wissenschaftler insbesondere die Reifung der mRNA, bei der zahlreiche Veränderungen an der mRNA vorgenommen werden, bevor sie ihre funktionelle Form erhält. Erst danach kann die genetische Information in Form von Eiweißen realisiert werden.

Kontakt:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Botanisches Institut und Botanischer Garten
Prof. Dr. Frank Kempken
Fon: 0431-880-4274, Fax: 0431-880-4248,
Email: fkempken@bot.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: DNA Eiweiß Mais-Mitochondrien Mitochondrium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Krebsdiagnostik: Pinkeln statt Piksen?
25.05.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie
25.05.2018 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics